Konjunktur Industrie will wieder mehr investieren

Die deutsche Industrie will trotz Konjunkturabkühlung ihre Investitionen spürbar steigern. Nur der Einzelhandel sieht schweren Zeiten entgegen.


Die deutsche Industrie will wieder mehr investieren
DPA

Die deutsche Industrie will wieder mehr investieren

München - Das verarbeitende Gewerbe werde die Ausgaben für Bauten und Ausrüstungsgüter um rund fünf Prozent erhöhen, berichtete das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München. Ursache sei vor allem ein gewisser Nachholeffekt. 2000 hätten einige Unternehmen anstehende Investition verschoben, als die Weltwirtschaft ihren Schwung verlor.

Im vergangenen Jahr erhöhte die westdeutsche Industrie ihre Investitionsausgaben laut Ifo um rund zwei Prozent auf knapp 90 Milliarden Mark. Dies sei weniger gewesen als ursprünglich geplant. Beziehe man die Investitionen der Industrie in den neuen Ländern mit ein, die laut einer früheren Berechnung um gut sieben Prozent gekürzt wurden, habe das verarbeitende Gewerbe in ganz Deutschland die Investitionen sogar nur um ein Prozent erhöht. Dies sei weniger als in den meisten anderen Branchen.

Flaute im Einzelhandel

Trotz der anhaltenden Konjunkturflaute wollen die Unternehmen 2001 dem Institut zufolge mehr investieren als noch im vergangenen Herbst geplant. Zum Teil liege dies an den verschobenen Projekten des vergangenen Jahres. Zudem könne eine weitere Verlängerung der Abschreibungsfristen zum 1. Januar 2002 die Unternehmen dazu veranlassen, Investitionsprojekte vorzuziehen.

Im deutschen Einzelhandel werde angesichts der Konjunkturflaute in diesem Jahr allerdings weniger investiert. Wahrscheinlich werde es zu einem weiteren Stellenabbau kommen. Der Umsatz des Handels werde entgegen früherer Hoffnungen nominal voraussichtlich nur um 1,5 Prozent zulegen, berichtete das Ifo Institut. Dies bedeute eine reale Stagnation der Erlöse. Ursache der Flaute seien insbesondere die hohen Energiepreise, die dem Handel Kaufkraft entzögen.



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