Konjunktur Inlandsnachfrage steigt

Profite dank der robusten Weltkonjunktur: Deutsche Unternehmen steigern weiterhin ihre Geschäfte im Ausland. Experten erwarten allerdings, dass bald auch die Inlandsnachfrage stärker wachsen wird - und werten das als Signal einer anziehenden Binnenkonjunktur.


Berlin - Die deutschen Firmen haben im Februar Waren im Wert von 77,6 Milliarden Euro ins Ausland verkauft und damit 10,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Von Januar auf Februar stiegen die Ausfuhren saisonbereinigt um 1,9 Prozent. Zum Jahresanfang dürfte der Außenhandel das gesamte Wachstum allerdings nicht so stark angeschoben haben wie zuletzt, denn die Importe legten um 5,6 Prozent zum Januar zu - und damit stärker als die Ausfuhren.

Container im Hamburger Hafen: Überdurchschnittlich viele Exporte gingen in die EU
DDP

Container im Hamburger Hafen: Überdurchschnittlich viele Exporte gingen in die EU

"Die Exporte laufen weiter gut. Deutschland profitiert von der robusten Weltkonjunktur", sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. "Dass die Importe deutlich anziehen, hat mit dem teureren Öl zu tun und der gestiegenen Konsumnachfrage." Das Wachstum dürfte in den kommenden Monaten stärker aus der Inlandsnachfrage kommen. Der Wert der importierten Waren kletterte im Februar auf 63,4 Milliarden Euro. Das war ebenfalls ein Plus von 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl Exporte als auch Importe kletterten zum Januar deutlich stärker als von Experten erwartet.

"Weltwirtschaft schaltet einen Gang zurück"

Ende 2006 hatte der Außenhandel Deutschlands Wirtschaft kräftig angekurbelt und zum Quartalswachstum von 0,9 Prozent getrieben. Der Impuls aus dem Außenhandel war dabei so groß wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

Überdurchschnittlich stiegen im Februar die Ausfuhren in die EU-Länder, wohin die deutschen Firmen zwei Drittel ihrer Waren verkauften: 51,2 Milliarden Euro. Hier gab es ein Plus von 14,7 Prozent zum Vorjahr. Der Export in die Euro-Zone legte um 12,8 Prozent zu, während es außerhalb Europas nur einen Zuwachs um 4,4 Prozent gab. "Der Außenhandel mit der EU floriert sehr stark. Der Handel mit Drittländern expandiert dagegen nur moderat", sagte Sebastian Wanke von der DekaBank. Dies zeige, dass die Weltwirtschaft einen Gang zurückgeschaltet habe. "Aber Europa hat sich davon abgekoppelt, weil die Binnenwirtschaft rund läuft."

Die Handelsbilanz schloss im Februar mit einem Überschuss von 14,2 Milliarden Euro. In der Leistungsbilanz verbuchte Deutschland ein Plus von 8,4 Milliarden Euro.

sam/Reuters



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