Konjunktur Ökonomen sagen Wachstum bis zum Ende des Jahrzehnts voraus

Der deutsche Wirtschaftsmotor brummt - jedenfalls noch. Der jüngsten Ifo-Prognose zufolge wird das Wachstum mit etwas Glück noch bis Ende des Jahrzehnts anhalten. Für das kommende Jahr sagen die Forscher sogar einen Haushaltsüberschuss voraus.


München - Das Ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose angehoben und erwartet nun ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent in diesem und 2,5 Prozent im nächsten Jahr. Bislang waren die Ifo-Ökonomen von 1,9 Prozent Wachstum in diesem Jahr ausgegangen. Für 2007 rechneten sie bisher mit einem Plus von 2,3 Prozent.

Angestellter (im Maschinenbau): Hohe Auslastung der Unternehmen stützt Nachfrage nach Arbeitskräften
DPA

Angestellter (im Maschinenbau): Hohe Auslastung der Unternehmen stützt Nachfrage nach Arbeitskräften

Der Aufschwung setze sich fort, aber nicht mehr mit der gleichen Dynamik wie im vergangenen Jahr, erklärten die Wirtschaftsforscher heute in München - 2006 war die deutsche Wirtschaft um 2,8 Prozent gewachsen. Der Abbau der Arbeitslosigkeit gehe ebenfalls mit verringertem Tempo weiter. Mit etwas Glück werde der deutsche Aufschwung aber bis Ende des Jahrzehnts anhalten.

Die hohe Auslastung der Kapazität in den Unternehmen stütze die Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Arbeitslosigkeit werde im Jahresdurchschnitt 2007 um 675.000 auf 3,8 Millionen sinken und 2008 auf 3,5 Millionen. Vor allem bei sozialversicherungspflichtigen Stellen und Selbstständigen werde Beschäftigung aufgebaut, erklärten die Ifo-Forscher. Die Zahl der Erwerbstätigen steige 2007 um 475.000 und 2008 um weitere 380.000.

Die Verbraucherpreise kletterten dieses Jahr um 2,1 und nächstes Jahr um 1,8 Prozent.

"Im Jahr 2008 tritt der konjunkturelle Aufschwung in seine Spätphase ein. Die Ausrüstungsinvestitionen steigen nochmals, wenngleich mit einer geringeren Dynamik als bisher. Dafür expandiert der private Konsum im Zuge einer weiter verbesserten Arbeitsmarktlage", sagten die Konjunkturforscher voraus.

Die Expansion der Weltwirtschaft bleibe bis 2008 schwungvoll, wenn auch etwas abgeflacht. Lokomotiven seien die USA, China und Indien. Der Aufschwung in der Eurozone setze sich ebenfalls zunächst schwungvoll fort, verliere aber im nächsten Jahr etwas an Dynamik.

Das Staatsdefizit in Deutschland wird nach der Prognose in diesem Jahr auf 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken. Nächstes Jahr sei sogar erstmals seit der Wiedervereinigung ein Überschuss in Höhe von fünf Milliarden Euro zu erwarten, aber konjunkturbereinigt würden immer noch Schulden gemacht. Die Konsolidierungsaufgabe sei also lange nicht abgeschlossen.

In den vergangenen Wochen hatten bereits mehrere andere Forschungsinstitute ihre Prognosen erhöht. Die Spanne reichte von 2,5 Prozent bis 3,2 Prozent Wachstum in diesem Jahr.

kaz/AP/dpa



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