Konjunktur Stimmung in Europas Wirtschaft hellt sich auf

Noch steckt Europas Wirtschaft tief im Tal - doch langsam kommt Optimismus auf. Der Ifo-Index für den Euro-Raum legt deutlich zu, bald könnte es nach Ansicht von Experten deutlich aufwärts gehen. Vor allem für Deutschland fällt die Prognose gut aus.


München - Es ist ein weiteres Indiz für einen baldigen Aufschwung: Der vom Münchner Ifo-Institut ermittelte Indikator für das Wirtschaftsklima im Euro-Raum hat sich zum zweiten Mal in Folge aufgehellt und dabei den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. Der Index stieg für das dritte Quartal auf 63,6 Punkte, teilte das Institut am Mittwoch mit. Im vergangenen Vierteljahr lag der Indikator noch bei 55,1 Zählern.

BMW-Produktion: Experten rechnen mit europaweitem Aufschwung
DPA

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Für den Anstieg des Wertes sorgten aber lediglich die optimistischen Zukunftsaussichten der Unternehmen. Der entsprechende Teilindex für die Erwartungen schnellte von 76,0 auf 93,0 Punkte hoch. Die aktuelle Wirtschaftssituation wird dagegen als besonders düster angesehen. Die entsprechende Komponente für die Wirtschaftslage sackte noch einmal ab von zuvor 29,9 Punkten auf 28,0 Zähler und erreichte damit ein historisches Tief.

"Die aktuelle Wirtschaftslage wird derzeit in fast allen Ländern des Euro-Raums nach wie vor als ausgesprochen ungünstig beurteilt", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Klaus Abberger, der Konjunkturexperte des Instituts, sprach von einer "Stabilisierungstendenz", die aber noch keine Entwarnung bedeute. Das Ifo-Institut ermittelt viermal im Jahr das Wirtschaftsklima für den Euro-Raum. Dafür werden Volkswirtschaftsexperten aus multinationalen Unternehmen und internationalen Institutionen befragt

Die jüngste Umfrage zeigt, dass die Aussichten auf einen schnellen Aufschwung in Europa sehr unterschiedlich ausfallen. Die befragten Fachleute rechnen demnach für Deutschland, Österreich, Frankreich und die Niederlande mit einer deutlichen Verbesserung. Dagegen bleiben die Experten für Irland und Griechenland weiter pessimistisch, wenn auch etwas weniger stark als noch im Vorquartal. In Italien, Portugal, Slowenien, der Slowakei, Belgien, Spanien und Finnland sehen sie zumindest eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden sechs Monaten.

Mit ihren Inflationserwartungen liegen die Experten mit 0,7 Prozent im Jahresdurchschnitt deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Die Mehrheit der Experten geht davon aus, dass die Leitzinsen im kommenden halben Jahr stabil bleiben.

tko/dpa/AP



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