Konjunktur Unternehmen schöpfen Hoffnung

Allen Unkenrufen zum Trotz keimt in der der Wirtschaft so etwas wie Hoffung auf einen Aufschwung. Einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge blickt die Mehrzahl der Verbände zuversichtlich ins neue Jahr.


Berlin - 25 der vom IW befragten 44 Wirtschaftsverbände schätzen die Perspektiven günstiger ein als vor einem Jahr, wie das IW heute bekannt gab. Ebenfalls 25 bewerteten ihre derzeitige Geschäftslage besser und nur vier als schlechter. "Die deutschen Unternehmen gehen optimistisch ins neue Jahr, haben aber auch die bestehenden Risiken im Blick", erklärte IW-Direktor Michael Hüther. Der Exportboom bringe inzwischen auch die Investitionen in Schwung. "Dies verleiht dem Aufschwung mehr Substanz."

Allerdings könnten dem IW zufolge eine erneute Verteuerung des Öls, das Ausbleiben von Reformen und zu hohe Tarifabschlüsse die Erholung gefährden. Auch für eine Belebung des Arbeitsmarktes werde der Aufschwung noch nicht reichen.

Vor allem von Industrie sowie ein Teil der unternehmensnahen Dienstleister dürften auch 2006 dem IW zufolge den Aufschwung tragen. Dagegen rechnen einige Branchen wie die Bauwirtschaft oder das Handwerk mit einem geringeren Umsatz. Auch die Handelsverbände hatten sich in der Ende November und Anfang Dezember durchgeführten Umfrage noch skeptisch über das kommende Jahr geäußert. Angesichts der insgesamt besseren Wachstumsaussichten für 2006 und eines zufrieden stellenden Weihnachtsgeschäfts rechnen nun aber auch die Einzelhändler für kommendes Jahr mit steigenden Umsätzen.

Mehrheit erwartet weiteren Stellenabbau

Allerdings werden die deutschen Konsumenten nach Einschätzung der meisten Experten 2006 noch nicht zum Wachstumsmotor. "Dreh- und Angelpunkt der konjunkturellen Zuversicht sind die überwiegend positiven Investitionspläne der deutschen Wirtschaft", erklärte das IW. Die Unternehmen in 18 von 44 Verbänden planen eine Steigerung ihrer Investitionen - darunter der Maschinenbau, die Elektroindustrie, die chemische Industrie sowie der Banken- und Leasingbereich. Vor allem Dienstleister wollen 2006 genauso viel investieren wie im vergangenen Jahr, lediglich drei Verbände gehen von einem Rückgang der Investitionen aus.

Dennoch rechnen nur vier Verbände mit einem Beschäftigungszuwachs in ihren Unternehmen: das Speditions- und Gastgewerbe, der Luft- und Raumfahrtzeugbau sowie das feinmechanische und optische Gewerbe. Dagegen erwarten 21 Verbände einen Stellenabbau in ihrer Branche.



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