Konjunktur US-Notenbank senkt Wachstumsprognose

Trübe Aussichten für die weltgrößte Volkswirtschaft: Die Fed hat ihre Wachstumsprognose für die USA deutlich gesenkt. Zudem befürchten die Währungshüter, dass sich die Lage am Markt weiter verschlechtern wird - es bestehe ein "signifikantes Risiko". 


Washington - Mit dem US-Wirtschaftswachstum geht es bergab: Die US-Notenbank prognostiziert für 2008 nur noch ein Wachstum zwischen 1,3 und zwei Prozent. Im November 2007 waren noch 1,8 bis 2,5 Prozent vorhergesagt worden. Grund seien die anhaltenden Probleme auf dem Immobilienmarkt, die Kreditkrise und die hohen Ölpreise, teilte die Fed mit. Sie schließe nicht aus, dass die Häuserpreise schneller fallen werden als erwartet, was die Haushalte stark belasten und die Kreditvergabe weiter verschärfen würde. Dies wiederum hätte Einfluss auf Wachstum und Beschäftigung. Die Notenbank sehe hierfür ein "signifikantes Risiko".

US-Notenbank: Hoffen auf Bushs Konjunkturpaket
AFP

US-Notenbank: Hoffen auf Bushs Konjunkturpaket

Die Währungshüter zeigten sich besorgt darüber, dass sich die Wirtschaft auch nach einer Reihe von Zinssenkungen weiter verschlechtern könnte. Experten werten die Erklärungen der Fed als Hinweis auf mögliche weitere Zinssenkungen. Allerdings bleibe zu hoffen, dass das unlängst verabschiedete Konjunkturpaket der US-Regierung in der zweiten Jahreshälfte die Wirtschaft ankurble, teilte die Fed mit.

In diesem Fall könnte eine schnelle Aufhebung der jüngsten Zinssenkungen nötig werden, hieß es in den Protokollen zur Zinssitzung Ende Januar. Damals hatten die Notenbanker ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf drei Prozent zurückgenommen. Bereits zuvor hatte die Fed den Leitzins außerplanmäßig ungewöhnlich stark gesenkt und den Schritt mit düsteren Konjunkturaussichten begründet.

Ihre Prognose für die Inflation 2008 hob die Notenbank auf 2,1 bis 2,4 Prozent an, nach bislang 1,8 bis 2,1 Prozent. Einem Währungsstrategen von RBC Capital Markets zufolge konzentriert sich die Fed deshalb auf die Risiken und nimmt eine etwas höhere Inflation in Kauf, um eine Rezession in den USA zu vermeiden.

Optimistischer sind die Währungshüter für das nächste und übernächste Jahr: Eine schrittweise Entspannung auf dem Häusermarkt, niedrigere Zinsen und geringere Belastung auf den Finanzmärkten könnten Grundlage eines stärkeren Wachstums werden. Für 2009 rechnet die Notenbank mit einem Plus zwischen 2,1 und 2,7 Prozent, was in etwa den bisherigen Erwartungen entspricht. 2010 prognostizieren sie ein Wachstum zwischen 2,5 und drei Prozent.

Die Fed muss, anders als die Europäische Zentralbank, zusätzlich zum Kampf gegen die Inflation ihren Beitrag zum Wirtschaftswachstum und zur Stabilität der Finanzmärkte leisten. Als weiteres Ziel muss sie sich um eine möglichst hohe Beschäftigung kümmern.

sil/Reuters/dpa



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