Konjunktur Wachstum und warmer Winter bremsen Arbeitslosigkeit

Von Finanzmarktkrise und Rezession keine Spur: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar weniger stark gestiegen als erwartet. Experten schieben das auf den milden Winter und die gute Konjunktur.


Nürnberg - Es ist ein vergleichsweise moderater Anstieg, den die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute verkünden konnte: Danach hat der milde Winter und die gute Konjunktur die Arbeitslosigkeit im Januar weniger steigen lassen als erwartet. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar um 253.000 auf 3,659 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,6 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent.

Flur einer Arbeitsagentur: Anstieg der Arbeitslosigkeit so niedrig wie seit drei Jahren nicht
AP

Flur einer Arbeitsagentur: Anstieg der Arbeitslosigkeit so niedrig wie seit drei Jahren nicht

Das waren zwar 253.000 mehr als im Vormonat, gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Zahl allerdings um 625.000 zurück. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl sogar um 89.000 auf 3,412 Millionen gesunken. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 55.000 ab, im Osten um 34.000.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setze sich fort. Die Zahl der arbeitslosen Menschen sei im Januar weniger stark gestiegen als üblich. "Das Beschäftigungswachstum hält an, und die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau stabil", sagte Weise. Der aktuelle Anstieg sei außerdem schwächer als im Durchschnitt der beiden Jahre zuvor.

Gestützt wird diese Einschätzung von dem gestern veröffentlichten Stellenindex der Bundesagentur. Danach ist die Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften auch im Januar weiter gewachsen. Der Anstieg habe sich aber verlangsamt.

So habe der Stellenindex BA-X zwar mit 246 Punkten einen neuen Höchststand erreicht; allerdings sei der Anstieg um drei Punkte deutlich niedriger ausgefallen als in den beiden Vormonaten. "Trotz erster konjunktureller Warnsignale zeigt sich auf der Nachfrageseite des deutschen Arbeitsmarktes bisher noch keine Eintrübung", kommentierte die Bundesagentur die jüngste Entwicklung.

Im Dezember des vergangenen Jahres waren in Deutschland 3,406 Millionen Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote erreichte in den beiden Vormonaten mit 8,1 Prozent den niedrigsten Wert seit 15 Jahren. In Westdeutschland waren nach BA-Angaben 2,23 Millionen Menschen ohne Arbeit (Quote 6,7 Prozent), im Osten 1,175 Millionen (Quote 13,4 Prozent).

sam/dpa-AFX/Reuters/dpa/ddp



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