Konjunktur Wirtschaft überrascht mit robustem Wachstum im Quartal

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal dieses Jahres viel stärker als erwartet gestiegen. Die Wachstumsrate lag so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Grund war ein kräftiger Schub beim Export zu Jahresanfang.


Containerschiffe im Hafen: Ausfuhren retten die Konjunktur - die Binnennachfrage sinkt
DPA

Containerschiffe im Hafen: Ausfuhren retten die Konjunktur - die Binnennachfrage sinkt

Wiesbaden - Im ersten Quartal legte das BIP saison- und kalenderbereinigt um ein Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Morgen mitteilte. "Die wirtschaftliche Belebung im ersten Quartal 2005 im Vergleich zum vierten Quartal 2004 wurde ausschließlich vom Außenbeitrag getragen", erklärten die Statistiker. Während die Exporte kräftig zulegten, seien die Importe gesunken. Die gesamte Binnennachfrage war dagegen rückläufig. Allerdings legten die Ausrüstungsinvestitionen sowie die Investitionen in sonstige Anlagen zu.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Zuwachs um 0,5 Prozent im Quartalsvergleich gerechnet, wobei selbst die optimistischste Prognose nur von einem Anstieg um 0,7 Prozen ausgegangen war. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die deutsche Wirtschaftsleistung dem Amt zufolge unverändert. Allerdings hatte das erste Vierteljahr des laufenden Jahres zwei Arbeitstage weniger als im ersten Quartal 2004. Ohne diesen Kalendereffekt legte das BIP den Statistikern zufolge um gut ein Prozent zu.

Im vierten Quartal 2004 war die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent geschrumpft. Allerdings hatten Experten darauf hingewiesen, dass die Saison- und Kalenderbereinigung die tatsächliche Konjunkturdynamik wegen der ungewöhnlich hohen Zahl an Arbeitstagen nicht richtig erfasst und das Wachstum unterzeichnet hatte. Ein Teil des Zuwachses im ersten Vierteljahr gilt daher als Gegenbewegung zu diesem Statistikeffekt. Details zur Wirtschaftsentwicklung will das Statistikamt am 24. Mai veröffentlichen.

Nachdem die schlechte Stimmung bei Firmen und Verbrauchern die Furcht vor einem Abknicken der Konjunktur geschürt hatte, sorgten gute Industrieaufträge und Exportdaten zuletzt für etwas Erleichterung. So rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für das zweite Quartal mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. Die meisten Ökonomen hielten bislang aber für das Gesamtjahr nur ein Wachstum von etwa 0,75 Prozent für erreichbar.



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