Konjunktur ZEW-Index steigt überraschend stark

Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Analysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im April deutlich stärker verbessert als erwartet. Der entsprechende Index des ZEW stieg von 5,8 Punkten im März auf 16,5 Punkte.


Mannheim - Wie das ZEW heute in Mannheim mitteilte, war es der fünfte Anstieg in Folge. Allerdings liegt der Index noch immer deutlich unter dem historischen Mittelwert von 33,2 Punkten.

Bauarbeiter: Unternehmen investieren in großem Umfang
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Bauarbeiter: Unternehmen investieren in großem Umfang

Die größere Konjunkturzuversicht fußt vor allem auf der unerwartet guten Lage am Arbeitsmarkt, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der Umfrage. "Der Aufschwung hat auch den Arbeitsmarkt erreicht." Vor allem der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sei erfreulich. Das dürfe aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Belebung an den Problemgruppen des Arbeitsmarktes - den Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen - weitgehend vorbeigehe.

Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich angesichts der starken Industrieproduktion deutlich verbessert. Der entsprechende Indikator steigt um 7,7 auf 76,9 Punkte. Ein weiteres Indiz sei die weiterhin starke Nachfrage für Investitionsgüter, auch im Inland. Zudem werden die Sorgen über die weltweiten Wachstumsaussichten geringer - zwar soll die Weltwirtschaft in Folge der erwarteten Schwächung in den Vereinigten Staaten etwas moderater, aber dennoch robust wachsen.

Von Reuters befragte Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 10,0 Punkte gerechnet, in anderen Vorausumfragen wurden 10,9 Punkte ermittelt. Die aktuelle Lage schätzten die Umfrageteilnehmer ebenfalls besser ein als im Vormonat. Der Teilindex kletterte auf 76,9 Punkte von 69,2 Zählern im März. Hier war ein Rückgang auf 69,0 Punkte erwartet worden.

Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Für ihn werden regelmäßig rund 300 Analysten und institutionelle Anleger befragt. Der Indikator Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten in Deutschland wieder.

mik//Reuters/ddp



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