Zur Ausgabe
Artikel 50 / 151

STROM Konkurrenten gestoppt?

aus DER SPIEGEL 45/2000

Ein weiterer Rückschlag droht dem ohnehin schleppenden Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt. Mehrere Ex-Monopolisten, darunter der Essener Stromprimus RWE, versuchen mit verlockenden Angeboten, die Gründung eines neuen potenten Wettbewerbers zu verhindern. Bis zu zwei Milliarden Mark haben die einzelnen Energieversorger den Düsseldorfer Stadtvätern für eine Übernahme ihrer Stadtwerke in Aussicht gestellt. Grund für den außergewöhnlich hohen Betrag: Die Düsseldorfer Stadtwerke haben in den vergangenen Monaten heimlich an einer Kooperation gearbeitet, die den Konzernen gefährlich werden könnte. Bereits im Januar wollte das kommunale Unternehmen mit den Stadtwerken von München, Darmstadt und Mainz zusammenarbeiten, um dann bundesweit gegen die Ex-Monopolisten anzutreten - mit guten Chancen: Die neue Stadtwerke AG würde auf Anhieb zu den größten Stromversorgern Deutschlands gehören und könnte seine Position ausbauen. Denn dem Verbund sollten schon in den nächsten Monaten weitere Stadtwerke beitreten. Konkrete Gespräche gibt es mit Leipzig und Hannover. Doch nun droht der Deal in letzter Minute zu scheitern, weil die Milliarden die Verschuldung der Stadt Düsseldorf lindern würden. »Die meisten Düsseldorfer Stadtväter«, so ein RWE-Aufsichtsrat, »plädieren inzwischen für einen Verkauf an uns.«

Zur Ausgabe
Artikel 50 / 151
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.