Konsum Preise für Fernseher gehen drastisch zurück

Alles wird teurer, nur Elektrogeräte nicht: In den vergangenen drei Jahren sind die Preise für Fernseher um fast 50 Prozent gesunken. Experten erwarten nun, vor allem dank günstigerer Energiepreise, generell weniger stark steigende Lebenshaltungskosten.


Hamburg - Die Preise für Fernseher in Deutschland sind von Juli 2007 bis Juli 2008 um 18,8 Prozent zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Der Preisrückgang der vergangenen Jahre habe sich damit fortgesetzt. Seit 2005 seien die Preise insgesamt um 46,2 Prozent gesunken.

Elektrogeschäft: Trend zu größeren Fernsehgeräten
DDP

Elektrogeschäft: Trend zu größeren Fernsehgeräten

Der starke Rückgang ist nach Angaben der Statistiker nicht auf eine bestimmte Technologie beschränkt. Sowohl Röhrengeräte als auch Flachbildfernseher seien in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden. Wer allerdings seinen Röhren- durch einen Flachbild-TV ersetzen möchte, müsse heute im Durchschnitt mehr bezahlen als 2005.

Im Jahr 2005 sei ein Röhrengerät mit einer Bildschirmdiagonale von knapp 70 Zentimetern durchschnittlich für unter 600 Euro zu haben gewesen. Folgt man dem Trend zu größeren Geräten und kauft ein Flachbildgerät mit einer Bildschirmdiagonale von etwa 81 Zentimetern, müsse man heute im Mittel über 800 Euro zahlen.

Waren vor drei Jahren etwa 30 Prozent der verkauften Fernseher Flachbildgeräte, sind es heute etwa 90 Prozent, wie die Statistiker unter Berufung auf den Bundesverband Technik des Einzelhandels mitteilten.

Fernsehgeräte - und andere Elektrogeräte wie Computer und Drucker - gehören zu den wenigen Artikeln, die in den vergangenen Monaten günstiger geworden sind und damit die Inflation leicht gebremst haben. Generell geht die Teuerungswelle derzeit ein wenig zurück. Nach ersten Daten aus Bayern, Brandenburg, Hessen und Sachsen vom heutigen Mittwoch gingen die Lebenshaltungskosten wegen gesunkener Energiepreise im Vergleich zum Juli um 0,3 bis 0,4 Prozent zurück. Auf Jahressicht liegt die Teuerung jedoch immer noch zwischen 3,1 und 3,4 Prozent, nachdem sie im Juli noch mit 3,3 Prozent auf dem höchsten Niveau seit 15 Jahren verharrte.

Trotz des Rückgangs im vergangenen Monat liegt die Inflationsrate deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei knapp unter zwei Prozent Preisstabilität gewährleistet sieht. Nach Einschätzung von Analysten dürfte die Teuerungsrate aber ab Herbst weiter zurückgehen.

kaz/ddp/AP/Reuters



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