Konsumklima-Index Deutsche weiter in Kauflaune

Die Stimmung unter den Verbrauchern in Deutschland verbessert sich weiter. Im Gegensatz zu den Unternehmen ließen sich die Konsumenten von Risiken wie steigenden Energiepreisen wenig beeindrucken. Für sie zählt vor allem die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt.


Nürnberg - Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heute in Nürnberg mitteilte, erhöhte sich der von ihr ermittelte Konsumklima-Index für August auf 8,7 Punkte. Den Juli-Wert revidierte die GfK von zunächst 8,4 auf 8,5 Punkte. Im Juni hatte der Wert bei 7,4 Punkten gelegen, im Mai bei 5,7. "Wir gehen davon aus, dass der Konsum nach der Sommerpause deutlich anzieht", sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst.

Einkaufspassage (in Hamburg): Erfreuliches Niveau bei Konjunktur- und Einkommenserwartung
DPA

Einkaufspassage (in Hamburg): Erfreuliches Niveau bei Konjunktur- und Einkommenserwartung

Steigende Zinsen, anhaltend hohe Energiepreise sowie ein erstarkender Euro erwecken bei den Verbrauchern den Angaben zufolge zwar den Eindruck, dass die gegenwärtige Dynamik der deutschen Wirtschaft etwas nachlassen könnte. Aufgrund der weiterhin günstigen Arbeitsmarktentwicklung würden diese Risiken jedoch bei der Einschätzung der künftigen Einkommensentwicklung größtenteils kompensiert. Der Index der Einkommenserwartung habe im Juli von 28,7 auf 27,9 Punkten lediglich einen leichten Rückgang verzeichnet. Demnach erwarten also etwas weniger Menschen als noch im Juni, dass sich ihre finanzielle Lage in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird.

Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich im Juli leicht eingetrübt. Gestern veröffentlichte das Münchner Ifo-Institut seinen Geschäftsklima-Index, der von 107,0 Punkten im Juni auf jetzt 106,4 Punkte fiel. Als Grund gaben die Ökonomen steigende Zinsen und den hohen Ölpreis an. Der Branchenverband des Einzelhandels HDE teilte mit, das seit März steigende Konsumklima habe sich in den Kassen der Händler noch nicht bemerkbar gemacht. Im ersten Halbjahr stagnierte der Umsatz demnach; für das zweite Halbjahr werden allerdings steigende Einnahmen erwartet.

Das Niveau bei Konjunktur- und Einkommenserwartung der Konsumenten bleibe nach wie vor überaus erfreulich, teilten heute die GfK-Forscher mit. Auch die Konsumneigung habe ihr Niveau halten können. Nach 9,1 Punkten im Vormonat habe der entsprechende Teilindex im Juli 9,0 Punkte erreicht.

Der monatliche GfK-Konsumklimaindikator basiert auf rund 2000 Verbraucherbefragungen. Wesentliche Faktoren des Konsumklimas sind die Einkommenserwartung, die Anschaffungsneigung und die Konjunkturerwartung der Verbraucher.

kaz/ddp/Reuters



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