Konsumklima Rezessionsangst drückt Kauflaune der Deutschen auf Fünfjahrestief

Düstere Ausischten für die Konjunktur: Die Kauflaune der Verbraucher ist im August auf den niedrigsten Wert seit Sommer 2003 gesunken. Gründe sind die hohen Energiepreise und die Angst vor einer Rezession. Nur noch wenige Haushalte rechnen mit einer raschen Besserung ihrer Lage.


Nürnberg - Das Konsumklima hat sich im August weiter verdüstert: Zwar beurteilten Verbraucher ihre Einkommenssituation nicht mehr ganz so pessimistisch wie in den Vormonaten. Dennoch rechnen nur wenige Haushalte mit einer raschen Konjunkturbelebung, berichtet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Die GfK-Prognose für das Konsumklima sank von 1,9 Punkten im Vormonat auf 1,5 Punkte. So niedrig war der Wert zuletzt im Sommer 2003. Viele Verbraucher zögern laut GfK derzeit mit größeren Anschaffungen. Lediglich die Einkommenserwartung habe sich nach dem Einbruch im Juli leicht auf minus 16,8 Punkte erhöht. Die Ergebnisse der Studie basieren auf monatlich rund 2000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden.

Zu den Wachstumsängsten tragen laut der GfK vor allem die negativen Schlagzeilen zur Finanzkrise bei. Auch die flaue Konjunktur drückt auf die Verbraucherstimmung.

Erstmals seit knapp vier Jahren ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2008 geschrumpft. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sank das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent. Die Behörde bestätigte damit eine erste Angabe von Mitte August.

Binnen weniger Monte ist die deutsche Wirtschaft damit ins Minus gekippt. Im ersten Quartal 2008 war sie noch um 1,3 Prozent gewachsen.

Besonders stark gingen im zweiten Quartal die Investitionen in der Baubranche zurück. Sie wiesen ein Minus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal auf. Allerdings waren die Bauinvestitionen im ersten Quartal aufgrund des milden Wetters besonders kräftig mit 5,7 Prozent gewachsen.

Wachstumsimpulse brachte hingegen der Außenhandel. Die Importe sanken mit Minus 1,3 Prozent deutlich stärker als die Exporte mit Minus 0,2 Prozent. Damit trug der Exportüberschuss 0,4 Prozentpunkte zum Wachstum bei.

ssu/dpa/ddp



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