Konzernkrise Karstadt-Chef soll heute gefeuert werden

Der Handelskonzern KarstadtQuelle kriselt seit Jahren, die Sanierung kommt nicht voran. Jetzt ist der Aufsichtsrat drauf und dran, den glücklosen Konzernchef Wolfgang Urban abzulösen.


Konzernchef Urban: Schon auf der Hauptversammlung im Mai angeschlagen
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Konzernchef Urban: Schon auf der Hauptversammlung im Mai angeschlagen

Essen - Den Aufsichtsräten geht der Umbau des größten Warenhaus- und Versandhandelskonzerns in Europa nicht schnell genug. Schon heute wollten sie die vorzeitige Ablösung Urbans in einer außerordentlichen Sitzung beschließen, schreiben übereinstimmend die "Frankfurter Allgemeine" und das "Handelsblatt".

Als Nachfolger ist demnach Christoph Achenbach, 46, vorgesehen, der dem Vorstand seit 2001 angehört. Er ist dort für das Versandhandelsgeschäft der Tochtergesellschaften Quelle und Neckermann zuständig.

Operatives Minus 2004?

Urban, 58, leitet den Konzern seit Oktober 2000. Nachdem bereits das Geschäftsjahr 2003 von sinkendem Umsatz und Gewinn geprägt war, hat auch das neue Jahr schlecht begonnen. Im ersten Quartal belaste vor allem das schwache Versandhandel-Geschäft. Urban schloss nicht aus, dass KarstadtQuelle Chart zeigen in diesem Jahr operativ in die roten Zahlen rutschen könnte.

Erst vor kurzem waren der frühere Rewe-Chef Hans Reischl und Ex-Bertelsmann Thomas Middelhof in den Karstadt-Aufsichtsrat aufgerückt. Schon damals wurde über eine baldige Ablösung Urbans spekuliert.



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