Konzernkrise Walter Bau streicht Großteil der Stellen

Beim insolventen Baukonzern Walter Bau AG werden nach Betriebsratsangaben rund 75 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen. Die Belegschaft ist schockiert, die Zahlen übertreffen die Befürchtungen der Arbeitnehmervertreter.


Walter-Bau-Baustelle: Stellenabbau schockt Mitarbeiter
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Walter-Bau-Baustelle: Stellenabbau schockt Mitarbeiter

München/Augsburg - Gesamtbetriebsratschef Karl Bauer sagte der Zeitung "Welt", dass von den 4500 Stellen im Inland bis zu 3500 Arbeitsplätze wegfallen. Auch die Hauptverwaltung in Augsburg wird demnach geschlossen. Maximal sollen 1200 Mitarbeiter übernommen werden.

Insolvenzverwalter Werner Schneider hatte demnach Gewerkschaft und Betriebsrat am Wochenende über die Pläne des österreichischen Investors Strabag informiert. Bei ihrem Einstieg im Februar hatte Strabag in Aussicht gestellt, 4100 Mitarbeiter im In- und Ausland übernehmen zu können. Zuletzt hatte Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner noch von insgesamt etwa 3000 Arbeitsplätzen gesprochen, die er retten könne.

"Der tatsächlich geplante Abbau im Inland war aus diesen Zahlen noch gar nicht abzusehen", sagte Betriebsratschef Bauer. Am Montag wollen die Gewerkschaft IG Bau und der Gesamtbetriebsrat mit einem Protestmarsch vom Augsburger Rathaus zur Konzernzentrale der Walter Bau AG die Öffentlichkeit auf die Situation aufmerksam machen.



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