Kooperation Premiere und Telekom einigen sich auf Bundesliga-TV

Eigentlich hat Premiere die TV-Rechte für die Bundesliga verloren - trotzdem sollen Kunden die Spiele weiter sehen können. Mit der Telekom, die die Internetrechte für die Übertragung hat, einigte sich der Bezahlfernsehsender jetzt auf eine Kooperation zur Übertragung per Internet-TV.


München - "Premiere bleibt im Spiel", sagte Premiere-Chef Georg Kofler in München. Allerdings erfolgt die Übertragung nicht über Satellit oder Kabel, sondern ausschließlich über das neue superschnelle Breitbandnetz der Telekom, das im Sommer in zunächst zehn Großstädten in Betrieb genommen wird. Die Spiele sollen über die Internetverbindung und eine Set-top-Box in den Fernseher gebracht werden.

Bundesliga-Übertragung: "Premiere bleibt im Spiel"
AP

Bundesliga-Übertragung: "Premiere bleibt im Spiel"

Die Vereinbarung gibt Premiere die Möglichkeit, die Bundesliga ab der nächsten Saison doch noch weiter zu übertragen, nachdem das Unternehmen die Pay-TV-Rechte beim Wettbieten im letzten Jahr an den neuen Bezahlsender Arena verloren hatte. Die Telekom hatte für 40 Millionen Euro die Rechte für die Internet-Übertragung gekauft.

Wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf die jetzt vereinbarte Kooperation zur Übertragung der Spiele über das Internet reagieren wird, ist noch unklar. Zuletzt hatte die Telekom erbittert über die Nutzung der erworbenen Rechte mit der Vereinigung gestritten - allerdings wollten Premiere und Telekom das Programm ursprünglich auch über Kabel und Satellit ausstrahlen.

DFL-Präsident Werner Hackmann hatte zuletzt erklärt: Andere Übertragungsmöglichkeiten als Internet-Fernsehen über Satellit wären für die DFL auf keinen Fall akzeptabel. "Die Telekom darf die Bundesliga komplett live im Internet über ihre T-Online-Plattform zeigen. In diesem Geist sind die Verträge geschlossen worden. Aber eines ist auch klar: Wir dulden nicht, dass unser Pay-TV-Partner Arena geschwächt wird. Im Extremfall könnte die Telekom die Internet-Rechte wieder verlieren."

Bereits am Mittwoch hatten Telekom und Premiere bekräftigt, dass die DFL die Übertragung im neuen Internet-Fernsehstandard nicht verhindern könne. Die Telekom hat sogar schon Franz Beckenbauer als Kommentator engagiert. Nach der heutigen Meldung kletterte der Aktienkurs von Premiere zwischenzeitlich um rund 14 Prozent auf 13,90 Euro. Nach dem Verlust der Bundesliga-Rechte hatte das Papier rund die Hälfte sein es Werts eingebüßt.

ase/AP/ddp/dpa



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