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20. Oktober 2002, 16:37 Uhr

Korruption

IWF-Milliarden versickern in Angolas Wüstensand

Für die Entwicklungshilfe bedeutet es einen schweren Rückschlag. Aus Angolas Staatskassen ist nach einem vertraulichen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) allein im vergangenen Jahr eine Milliarde Dollar verschwunden.

Korrution blüht: Angolanische Kinder spielen in der Nähe der Hauptstadt Luanda
AP

Korrution blüht: Angolanische Kinder spielen in der Nähe der Hauptstadt Luanda

Johannesburg/Luanda - Für den Zeitraum 1997 bis 2001 seien es sogar insgesamt 4,3 Milliarden Dollar gewesen, berichten Südafrikas Sonntagzeitungen unter Hinweis auf bekannt gewordenen Teile des IWF-Berichts.

Nach den Berichten bescheinigt der IWF der Regierung des afrikanischen Landes, nur wenig Fortschritte bei der Bekämpfung der Korruption gemacht zu haben. Auch bei Finanzgeschäften herrsche noch nicht die notwendige Transparenz. Vor allem die staatliche Ölgesellschaft Sonangol, die mit mehreren internationalen Konzernen bei der Ausbeutung der Erdölfelder vor Angolas Küste zusammenarbeitet, wird vom IWF heftig kritisiert. So stimmten ihre deklarierten Einkünfte nicht mit ihrem Anteil an den Erlösen aus dem Öl-Geschäft überein. Außerdem werde das Geld entgegen bestehender Gesetze an der Zentralbank vorbeigeleitet. Die angolanische Regierung wies die Anschuldigungen zurück.

Die Informationen über das Riesenloch im Haushalt kommen zu einer Zeit, in der die hungernde Bevölkerung sehnsüchtig auf rund 8500 Tonnen Nahrungsmittelhilfe wartet. Seit Anfang September liegen nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) dringend benötigte Hilfsgüter in drei Häfen des Landes fest. WFP-Sprecher Marcelo Spina-Hering machte ausstehende Abfertigungsgebühren dafür verantwortlich und erklärte gegenüber Journalisten: "Es ist nicht das WFP, das diese Gebühren bezahlen muss, sondern die Regierung."

Dabei wäre Nahrungsmittelknappheit in dem afrikanischen Staat ohne weiters zu vermeiden. Denn Angola ist angesichts seiner enormen Erdöl-Reserven dabei, Nigeria als größten Ölproduzenten der Sahara abzulösen. Doch nach 27 Jahren Bürgerkrieg sind die Strukturen zerrüttet. Fast zwei Millionen der rund zwölf Millionen Angolaner hängen von Nahrungsmittelhilfe ab.

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