Korruptions-Prozess Siemens-Mitarbeiter legt Geständnis ab

Schnelles Einlenken: Im Prozess um Korruption in der Siemens-Kraftwerkssparte hat einer der beiden Angeklagten gleich zu Beginn ein Geständnis abgelegt. Er habe aber stets auf Weisung von oben gehandelt, sagte der Mann.


Darmstadt - Der 73 Jahre alte Ingenieur stritt zum Prozessauftakt vor dem Darmstädter Landgericht ab, jemals eigenmächtig Schmiergelder mit seinen italienischen Geschäftspartnern vereinbart zu haben. Er habe stets auf Weisung von Vorgesetzten gehandelt. Trotzdem fühle er sich schuldig, an den Bestechungszahlungen mitgewirkt zu haben.

Dem Ingenieur und seinem 63 Jahre alten Mitangeklagten wird vorgeworfen, als Manager der Siemens-Kraftwerksparte für Aufträge des italienischen Energiekonzerns Enel mehr als sechs Millionen Euro Schmiergeld bezahlt zu haben. Dafür soll Enel öffentlich ausgeschriebene Kraftwerksaufträge im Volumen von rund 450 Millionen Euro an Siemens vergeben haben.

Zuvor hatte der Vorsitzende Richter Rainer Buss mitgeteilt, dass in einem Rechtsgespräch zwischen den Beteiligten keine Einigung über das Strafmaß erzielt worden sei. "Die Erwartungen klafften zu weit auseinander." Der Siemens-Konzern ist zu dem Prozess beigeladen, weil die Staatsanwaltschaft anstrebt, den illegalen Gewinn abzuschöpfen.

Zur Höhe der Zahlung an die Staatskasse bedürfe es aber noch weiterer Beweise, erklärte Oberstaatsanwalt Ulrich Busch.

wal/dpa



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