Korruptionsaffäre Ermittlungen gegen Zulieferer-Chef Levi

Neben Mitarbeitern des französischen Zulieferers Faurecia, von VW und Audi sind nun auch Beschäftigte von BMW ins Visier der Ermittler geraten. Bei Faurecia haben die Staatsanwälte die Ermittlungen auf Vorstandschef Pierre Levi ausgedehnt.


München/Frankfurt am Main - Zwei zuverlässige Quellen, die nicht genannt werden wollen, bestätigten der Nachrichtenagentur AP heute einen entsprechenden Medien-Bericht. Danach sollen Faurecia-Manager in Deutschland ihren Vorstandsvorsitzenden über Schmiergeldzahlungen informiert haben.

Offiziell bestätigt hat die Staatsanwaltschaft München heute auch die Ermittlungen gegen zwei ehemalige Mitarbeiter von BMW Chart zeigen, darunter auch den früheren Haupt-Einkaufsleiter. Sie stehen wie die drei Mitarbeiter von Audi Chart zeigen und Volkswagen Chart zeigen unter Verdacht, für die Vergabe von Aufträgen an Faurecia Bargeld kassiert zu haben.

Die Verdächtigen BMW-Mitarbeiter gehören nach Angaben des Münchener Oberstaatsanwalts Anton Winkler zu den drei Beschuldigten, gegen die seit Herbst 2005 schon in anderen Fällen wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt wird. Sie sollen von verschiedenen Zulieferern mindestens eine halbe Million Euro erhalten haben. Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft München noch erklärt, es gebe keine Verbindungen zum Fall Faurecia.

Mitarbeiter von Faurecia sollen nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft seit mindestens acht Jahren rund 800.000 Euro Schmiergeld jährlich an Beschäftigte in Einkaufsabteilungen deutscher Automobilkonzerne bezahlt haben. Ob neben BMW, VW und Audi noch andere Autohersteller in die Affäre verwickelt sind, wollte der Staatsanwalt nicht sagen. Insgesamt werde gegen 20 Personen ermittelt. Auch ein anderer Zulieferer stehe unter Verdacht.

Beim Rüsselsheimer Autobauer Opel und bei den Kölner Ford-Werken Chart zeigen stehen Firmensprechern zufolge weder aktuelle noch ehemalige Beschäftigte im Visier der Staatsbehörde. Auch DaimlerChrysler Chart zeigen und Porsche Chart zeigen haben die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben nicht im Haus.

mik/Reuters/AP



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