Korruptionsaffäre Siemens droht Millionenstrafe in den USA

Der Korruptionsskandal bei Siemens zieht nun auch in den USA Kreise. Dem Konzern drohen Ermittlungen der Börsenaufsicht SEC. Sollte sich herausstellen, dass durch illegale Machenschaften die Interessen von Anlegern geschädigt wurden, kommen auf das Unternehmen Millionenzahlungen zu.


Hamburg - Im Korruptionsskandal beim Elektrokonzern Siemens Chart zeigen will die US-Börsenaufsicht SEC möglicherweise Ermittlungen aufnehmen. Bislang sei jedoch noch kein offizieller Beschluss gefallen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf SEC-Kreise.

Siemens-Zentrale in München: Nun droht auch jenseits des Atlantiks Ärger
REUTERS

Siemens-Zentrale in München: Nun droht auch jenseits des Atlantiks Ärger

Siemens könnten dem Bericht zufolge Strafzahlungen in Millionenhöhe drohen. Im Fall von Bestechungen, Schmiergeldzahlungen und schwarzen Kassen könne die SEC sogar die Börsenzulassung entziehen. Es gehe um die Frage, inwieweit durch illegale Machenschaften die Interessen von Anlegern geschädigt wurden. Die SEC beruft sich dabei auf den sogenannten Foreign Corrupt Practices Act (FCPA). Das Gesetz ermögliche es, auch gegen die Bestechung von ausländischen Amtsträgern vorzugehen.

In Deutschland hat der Korruptionsskandal zu ersten personellen Konsequenzen geführt. Laut "SZ" hat der Konzern vier Mitarbeiter wegen der Vorwürfe von ihren Aufgaben entbunden und vorläufig suspendiert. Das "Handelsblatt" berichtet von fünf suspendierten Mitarbeitern. Um wie viele es sich tatsächlich handelt, wollte ein Unternehmenssprecher nicht sagen; es sei aber eine "überschaubare Anzahl".

Sechs Siemens-Mitarbeiter sitzen bereits wegen des Verdachts, schwarze Kassen in Österreich und der Schweiz angelegt und mit mehr als 200 Millionen Euro gefüllt zu haben, in Untersuchungshaft.

kaz/dpa-AFX/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.