Kosmetik-Branche Männer polieren Bilanz auf

Antifaltencreme, Pflegebalsam und Eyeliner: Männer von heute sind eitel wie nie und verschaffen der Kosmetikbranche steigenden Umsatz. Das Geschäft mit Männerkosmetik legte 2007 um zehn Prozent zu - und wuchs damit stärker als das für Frauen.


Hamburg - Erst rasieren, dann die Wimpern tuschen: Die wachsende Lust der Männer an Cremes, Kosmetik und Düften hat im vergangenen Jahr die Bilanz der deutschen Kosmetikbranche deutlich aufpoliert. Während der Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,9 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro stieg, legte das Geschäft mit Herrenprodukten um über zehn Prozent zu - und erzielte damit die höchsten Umsätze, wie der Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse (vke) mitteilte.

Mann mit Gurkenmaske: wachsender Markt mit Männerkosmetik
DPA

Mann mit Gurkenmaske: wachsender Markt mit Männerkosmetik

Männer hätten den "Markt der pflegenden Kosmetik für sich entdeckt, akzeptiert und sind experimentiertfreudig geworden", sagte vke-Präsident Gunter Thoß. Bei klassischen Make-up-Produkten wie Lippenstift, Nagellack und Mascara stieg der Umsatz um 5,8 Prozent.

Der Bereich Körperpflege für Frauen sei insgesamt um 1,4 Prozent gewachsen. In diesem Segment seien Produkte zur Pflege "vom Kinn an abwärts" zusammengefasst, wie vke-Geschäftsführer Martin Ruppmann sagte. Deutliche Umsatzeinbußen erlitten den Angaben zufolge die Gesichtspflege für Frauen (minus 3,8 Prozent) sowie Damenduftserien (minus 3,6 Prozent). Dieser etablierte Markt ist Ruppmann zufolge heftig umkämpft.

Für das Gesamtjahr 2008 rechnet der vke mit einem Umsatzplus von zwei Prozent. "Wir setzen auch in diesem Jahr verstärkt auf die Wachstumsbereiche Herrenkosmetik und Make-up", sagte Ruppmann.

Im vke sind rund 50 Unternehmen der mittel- und höherpreisigen Kosmetik vertreten, darunter Markenhäuser wie Chanel, Dior und Lancôme. Die Verbandsmitglieder sind deutsche Vertriebstöchter ausländischer Stammhäuser sowie inländische Kosmetikhersteller. Der Verband repräsentiert nach eigenen Angaben 35 Prozent des deutschen Kosmetikmarktes.

sil/dpa/AP



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