Kosmetikhersteller Gewinn und Umsatz bei Beiersdorf brechen ein

Die Börse reagierte prompt, Beiersdorf-Aktien sanken um knapp neun Prozent: Der Kosmetikhersteller hat für das erste Quartal schwache Gewinn- und Umsatzzahlen verkündet. Der Konzern setzt nun auf einen strikten Sparkurs.


Hamburg - Der Kosmetikhersteller Beiersdorf bekommt die Wirtschaftskrise zu spüren: Da Kunden seltener zu Haut- und Haarpflegeprodukten von bekannten Marken wie Nivea und Eucerin griffen, schrumpfte der Umsatz im ersten Quartal um vier Prozent auf 1,44 Milliarden Euro, wie der Konzern am Freitag mitteilte.

Beiersdorf-Zentrale in Hamburg: "Keine Tabus mehr"
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Beiersdorf-Zentrale in Hamburg: "Keine Tabus mehr"

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging demnach um ein Viertel auf 145 Millionen Euro zurück. Die Beiersdorf-Aktie büßte an der Frankfurter Börse 8,6 Prozent ein und sank auf 31,38 Euro.

2009 sei mit einem leicht rückläufigen Weltmarkt zu rechnen, sagte Firmenchef Thomas Quaas und nannte zugleich erstmals konkrete Geschäftsziele: "Wir sind zuversichtlich, auch in 2009 stärker zu wachsen als der Markt und rechnen mit einer leicht über dem Vorjahr liegenden Umsatzentwicklung im Unternehmensbereich Consumer (Haut- und Haarpflege)." Die Umsatzrendite soll über zehn Prozent liegen.

Um seine Renditeziele zu erreichen, will der Konzern nun den Rotstift auf breiter Front ansetzen. "Es gibt keine Tabus mehr", sagte eine Firmensprecherin. Details nannte sie nicht, Stellenstreichungen soll es allerdings informierten Kreisen zufolge nicht geben. In die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie Marketing soll hingegen weiter investiert werden. Denn weiterhin bestehe das Ziel, 2010 einen Weltmarktanteil von 5,5 Prozent zu erreichen, so die Sprecherin.

Anders als der bei seinen Produkten im Schnitt etwas teurere französische Konkurrent L'Oreal will Beiersdorf nun nicht mit günstigeren Hautcremes und Schampoos gegensteuern. Es sei keinesfalls geplant, etwa Billigprodukte für Handelsketten aufzulegen, sagte die Sprecherin. Auch werde der Vertrieb über Discounter wie Lidl und Netto nicht ausgebaut.

cte/Reuters/ddp



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