Zu hoher Energieverbrauch Kosovo verbietet Schürfen von Kryptogeld

Das Kosovo hat sich zum Eldorado für Produzenten von Kryptowährungen entwickelt. Den hohen Energiebedarf bekommt inzwischen das ganze Land zu spüren. Jetzt will die Regierung den Stecker ziehen.
Bitcoin-Münzen: Hoher Energieverbrauch

Bitcoin-Münzen: Hoher Energieverbrauch

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Jens Kalaene/ DPA

Die Regierung des Kosovo hat mit Hinweis auf die knappen Energiereserven im Land das Schürfen von Kryptogeld verboten. Wirtschafts- und Energieministerin Artane Rizvanolli erklärte am Dienstag, die Behörden würden ausfindig machen, wo Cyberwährungen produziert werden, und dann zugreifen. Ausfälle in Kohlekraftwerken und hohe Importpreise haben das Kosovo in die schlimmste Energiekrise seit einem Jahrzehnt gestürzt. Dort wird auch mit Strom geheizt. Das Land importiert gegenwärtig mehr als 40 Prozent seiner Energie, etwa 90 Prozent der einheimischen Produktion beruht auf Braunkohle. Im vergangenen Monat führte die Regierung Stromabschaltungen ein.

In den vergangenen Jahren waren die Strompreise im Kosovo vergleichsweise niedrig, was zu einem Boom beim Kryptoschürfen führte. Dabei werden per Computer neue digitale Münzen erzeugt, was allerdings viel Energie kostet. Ein Beteiligter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er bezahle im Kosovo für Strom etwa 170 Euro pro Monat und erwirtschafte dafür in dieser Zeit einen Gewinn von etwa 2400 Euro. Das Schürfen hat auch im Norden des Kosovo zugenommen. Dort leben viele Serben, die das Kosovo nicht als Staat anerkennen und sich weigern, ihre Stromrechnungen zu bezahlen.

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mik/Reuters
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