Kostbarer Rohstoff Institut warnt vor Ölpreis von 300 Dollar

110, 120, fast 140 Dollar pro Fass: In den vergangenen Monaten eilte der Ölpreis von Rekord zu Rekord. Das französische Institut IPP warnt nun, der Trend werde sich langfristig fortsetzen. Bis 2015 könnte das Barrel mehr als doppelt so teuer sein wie heute - wenn die Welt keine Antworten findet.

Paris - Wie stark kann der Preis pro Barrel noch steigen? Öl, der Schmierstoff der Wirtschaft, könnte in Zukunft fast unbezahlbar teuer werden. Der Preisanstieg werde sich fortsetzten, sagt das französische Öl-Institut IFP voraus. "Niemand sollte darauf wetten, dass die Preise fallen", sagte der IFP-Chef Olivier Appert.

Seiner Meinung nach ist die Lage auf den Ölmärkten "grundsätzlich angespannt, mit einem Angebot, das Schwierigkeiten hat, der Nachfrage zu folgen." Deshalb seien Preise von 200 Dollar pro Fass möglich - selbst 300 Dollar hält er für nicht ausgeschlossen. Demzufolge ist es laut Appert geboten, sich auf das Szenario vorzubereiten - aber vor allem darauf "dass es nicht eintritt."

Am heutigen Montag kletterte der Preis für ein Barrel WTI-Öl auf über 136 Dollar. Die Hoffnung auf niedrigere Energiepreise nach dem Krisen-Gipfel in Dschidda ist damit zerstreut. Zwar hatten sich die Golf-Staaten auf dem Öl-Gipfel am Wochenende bereit erklärt, mehr Öl zu fördern. Konkrete Schritte zur unmittelbaren Senkung des Ölpreises wurden aber nicht vereinbart.

Die Schuld an den hohen Ölpreisen wiesen die Golf-Staaten auf dem Gipfel von sich. Dafür seien laut den Förderstaaten die steigende Nachfrage, hohe Steuern und Spekulationen verantwortlich. Kurz nach dem Gipfel war der Öl-Preis dann auch gefallen - kletterte wenig später aber schon wieder.

Die deutsche Wirtschaft ist trotz der hohen Energiepreise noch zuversichtlich: BDI-Präsident Jürgen Thumann rechnet in diesem Jahr nach wie vor mit einem stetigen Konjunkturwachstum. Der Präsident des Bundesverbandes der Industrie (BDI) am heutigen Montag ist nach wie vor der Meinung, dass ein Wachstum von zwei Prozent für dieses Jahr realistisch ist.

Knappe Kapazitäten - Ölförderung in der Opec *

Förderung im April 2008 vorhandene Kapazitäten
Algerien 1,38 1,40
Indonesien 0,86 0,88
Iran 3,93 4,02
Kuweit 2,59 2,62
Libyen 1,76 1,80
Nigeria 1,86 2,47
Katar 0,83 0,90
Saudi Arabien 9,05 10,90
Ver. Arab. Emirate 2,65 2,88
Venezuela 2,32 2,50
Angola 1,82 1,82
Ecuador 0,50 0,50
Irak 2,34 2,45
* in Millionen Barrel pro Tag
Quelle: Internationale Energieagentur

cvk/AP/AFP

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