Kostensorgen Wal-Mart warnt vor Gewinnschwäche

Das kalte Wetter soll Schuld daran sein, dass die US-Bürger weniger einkauften, aber auch die hohen Benzinpreise nähren den Geiz: Der US-Einzelhändler Wal-Mart hat eine Gewinnwarnung herausgeben müssen. An der New Yorker Börse geht es deutlich abwärts mit dem Aktienkurs.


Wal-Mart in Massachussetts: "Eine Herausforderung" im laufenden Quartal
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Wal-Mart in Massachussetts: "Eine Herausforderung" im laufenden Quartal

Chicago - "Unsere Ergebnisse entsprachen nicht den Wal-Mart-Standards", sagte Wal-Mart-Chef Lee Scott in einer Telefonkonferenz zum abgelaufenen ersten Quartal 2005. Wal-Mart Chart zeigen hatte die Analystenerwartungen verfehlt und das Ziel für das Gesamtjahr in Zweifel gezogen.

Scott machte die hohen Ölpreise sowie das ungewöhnlich kalte und feuchte Frühlingswetter in Teilen der USA für das enttäuschende Ergebnis verantwortlich. Die Verbraucher hätten weniger Geld für Frühlingsmode und Gartenmöbel als üblich ausgegeben. Außerdem hätten höhere Ausgaben für Löhne, Krankenversicherungen und Betriebskosten den Gewinn des US-Konzerns gedrückt.

Wal-Mart habe in dem am 30. April zu Ende gegangenen ersten Geschäftsquartal seinen Gewinn zwar steigern können: Er habe sich auf 2,5 Milliarden Dollar belaufen, nach 2,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, so der Konzern aus Bentonvile, Arkansas.

Ohne Berücksichtigung Sondereffekten lag das operative Ergebnis aber unter den Analystenerwartungen. Wal-Mart hatte schon im April mitgeteilt, dass der Ertrag im ersten Quartal am unteren Ende der Erwartungen liegen würde, woraufhin viele Analysten ihre Schätzungen gesenkt hatten.

Bange Blicke auf den Ölpreis

Auch für das laufende zweite Quartal rechnet Wal-Mart mit einem Gewinn, der unter den Analysten-Erwartungen liegt. Das zweite Quartal bleibe "eine Herausforderung", teilte der Konzern mit.

Es sei allerdings "noch möglich", das Jahresziel beim Profit zu erreichen. So solle das Geschäft im zweiten Halbjahr an Schwung gewinnen, vor allem wenn die Ölpreise stabil blieben oder gar sänken, sagte Scott. Der größte Unsicherheitsfaktor seien Auswirkungen der Benzinpreisentwicklung auf die Wal-Mart-Kunden. Aber der Ölpreis scheine sich zu stabilisieren und es gebe Anzeichen für eine Erholung des Arbeitsmarktes und der Reallöhne.

Sorgen in Europa

Der Wal-Mart-Umsatz wuchs insgesamt um 9,5 Prozent auf 70,9 Milliarden Dollar, während der Umsatz in den bereits im vergangenen Jahr existierenden Supermärkten - eine im Einzelhandel wichtige Größe - lediglich um 2,9 Prozent statt der erwarteten drei bis fünf Prozent zulegte. Getragen von einem schwachen Dollar kletterte der Umsatz international um 12,4 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar. Um Währungseffekte bereinigt betrug der Anstieg noch 9,4 Prozent.

Besonders enttäuschend sei allerdings das Ergebnis in Großbritannien ausgefallen, wo die Asda-Filialen einen schwachen Umsatz und wachsende Konkurrenz verzeichnet hätten.

Wal-Mart-Aktien verloren im Handel in New York 3,7 Prozent auf 46,76 Dollar.



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