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Konzerne Krach an der RWE-Spitze

aus DER SPIEGEL 21/1995

Im Vorstand des Energiekonzerns RWE kracht es. Konzernchef Dietmar Kuhnt wirft seinem Vorstandskollegen Hans-Peter Keitel vor, durch ungeschicktes Taktieren den Kritikern des Stromgiganten Munition geliefert zu haben. Anlaß für den Streit ist der Versuch des mehrheitlich zum RWE gehörenden Baukonzerns Hochtief, seinen Anteil am Konkurrenten Philipp Holzmann von 20 auf mindestens 35 Prozent aufzustocken. Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme schon Ende Januar abgelehnt. Doch Hochtief-Chef Keitel will gegen den juristischen Beschluß vorgehen, notfalls durch alle Instanzen. Für RWE, den größten deutschen Energiekonzern, könnte das böse Folgen haben. Die Kartellbehörde hatte in ihrer Begründung bereits Zweifel daran geäußert, ob RWE seine durch das Strommonopol geschaffene Finanzmacht dazu nutzen dürfe, seine Beteiligungen in anderen Branchen so massiv auszubauen. Mit Rückstellungen von über 35 Milliarden Mark zählt RWE zu den reichsten europäischen Konzernen. Kuhnt befürchtet nun, daß durch die öffentlichen Auseinandersetzungen um den Holzmann-Deal das Kartellamt RWE und auch anderen Stromkonzernen neue Beteiligungskäufe vollständig untersagen könnte.

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