Krankenkassen-Reform Gesetzliche flirten mit den Privaten

Die Jahrzehnte alte Trennung von gesetzlichen und privaten Krankenversicherern schwindet. Ab Anfang 2004 wollen DAK, Barmer und andere Großkassen gemeinsam mit den Privaten Angebote auf den Markt bringen. Motto: Extra zahlen für Leistungen, die früher inklusive waren.


Gesund gerechnet: Formal sollen die Kassen-Tarife sinken - dafür aber werden etwa beim Zahnersartz Extra-Zuzahlungen fällig
DPA

Gesund gerechnet: Formal sollen die Kassen-Tarife sinken - dafür aber werden etwa beim Zahnersartz Extra-Zuzahlungen fällig



Hamburg - Zusatzangebote für Brillen, Zahnersatz - und ein Angebot für Patienten, die im Krankenhaus im Zwei-Bett-Zimmer schlafen wollen: Das sind Leistungen, über die gesetzliche Krankenversicherer derzeit mit den Privaten verhandeln. Kassen wie die DAK, die Techniker Krankenkasse und die Barmer reagieren damit auf die Gesundheitsreform. Sie nimmt bestimmte Dienste aus dem Katalog für kostenlose Behandlung heraus - und erlaubt gleichzeitig eine Zusammenarbeit von Gesetzlichen und Privaten.

"Wir wollen die Möglichkeit der Kooperation mit den Privaten nutzen", sagte etwa Herbert Rebscher, Chef der DAK, der "Financial Times Deutschland". Die DAK plant demnach Sondertarife für die Chefarztbehandlung und den Auslandsreiseschutz. Noch würde mit mehreren Privatversicherern verhandelt

Die Kasse wolle gezielt Zusatzversicherungen für Leistungen anbieten, die mit der Gesundheitsreform weg fallen. "Wir bemühen uns, die Angebote am 1. Januar starten zu können", sagte Rebscher. Auch die TK steckt nach Aussage einer Sprecherin noch in den Verhandlungen. Am weitesten fortgeschritten seien die Planungen offensichtlich bei der Barmer, so der Bericht. Bereits diese Woche wolle die größte deutsche Ersatzkasse ein genehmigtes Modell präsentieren.



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