Auch bei Atemwegsinfekten Keine telefonische Krankschreibung mehr ab 1. Juni

In Arztpraxen tummeln sich viele Kranke auf engem Raum – entsprechend hoch ist das Ansteckungsrisiko. In der Coronapandemie wurde deshalb die telefonische Krankschreibung eingeführt. Nun ist damit Schluss.
Wer Erkältungssymptome hat, muss sich künftig wieder vor Ort oder per Video krankschreiben lassen

Wer Erkältungssymptome hat, muss sich künftig wieder vor Ort oder per Video krankschreiben lassen

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Nach mehr als zwei Jahren läuft die telefonische Krankschreibung aus. Ab dem 1. Juni müssen Patientinnen und Patienten wieder in die Arztpraxis kommen oder eine Videosprechstunde nutzen, um sich krankschreiben zu lassen. Das teilte der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern mit. Eine Wiederauflage der Sonderregelung sei je nach Pandemiegeschehen aber möglich.

Die telefonische Krankschreibung war zu Beginn der Coronapandemie eingeführt worden und sollte Ansteckungsrisiken verringern, indem etwa Menschen mit leichten Atemwegserkrankungen für eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht in der Arztpraxis erscheinen mussten. Die telefonische Krankschreibung war erstmals im Frühjahr 2020 eingeführt worden und wurde seither mehrfach verlängert.

Videosprechstunde bleibt als Alternative zum Praxisgang

Sollten die Coronafallzahlen in den kommenden Monaten wieder steigen, könne die Regelung für bestimmte Regionen oder bei Bedarf auch bundesweit wieder aktiviert werden, hieß es aus dem Bundesausschuss.

Unabhängig von den Sonderregelungen in der Coronazeit gilt, dass Versicherte aufgrund einer Videosprechstunde eine Krankschreibung erhalten können, wenn die jeweilige Arztpraxis dies anbietet. Jedoch gilt dies nur, wenn keine körperlichen Untersuchungen notwendig sind, um die Arbeitsunfähigkeit festzustellen.

Vieles spricht dafür, dass das Angebot der telefonischen Krankschreibung breit genutzt wurde: Einer Studie der Krankenkasse DAK zufolge begrüßten über 80 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Instrument, unter anderem aufgrund der geringeren Ansteckungsgefahr und der Zeitersparnis.

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Nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse hatte die Anzahl der Krankschreibungen insgesamt im ersten Quartal 2022 einen Höchststand erreicht. Der Chef der Kasse, Jens Baas, machte der Deutschen Presseagentur gegenüber dafür eine ausgeprägte Erkältungs- und Grippewelle verantwortlich. Auch die Omikron-Welle habe den Effekt verstärkt. Nachgewiesene Covid-Fälle hätten aber nur einen geringen Anteil an den Krankschreibungen gehabt.

jlk/AFP
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