Kreditkartengebühren EU legt sich mit Visa an

Überhöhte Gebühren und Preisabsprachen - die EU-Kommission hält nicht viel von den Geschäftspraktiken von Visa. EU-Wettbewerbskommissarin Kroes macht deshalb ernst: Sie hat jetzt ein Verfahren gegen den Kreditkartenriesen eröffnet.


Brüssel - Erst MasterCard, dann Visa: Die EU-Kommission hat die Gebühren ins Visier genommen, die das Kreditkartenunternehmen bei grenzüberschreitenden Geschäften erhebt. Die oberste europäische Verbraucherschützerin, Neelie Kroes, eröffnete am Mittwoch ein Verfahren gegen Visa Europe, wie die Behörde in Brüssel mitteilte. Visa Europe stehe im Verdacht, EU-Regelungen zu verletzen, die einschränkende Geschäftspraktiken wie etwa Preisabsprachen verbieten, begründete die Kommission ihr Vorgehen.

Visa-Symbol: Händler haben sich über Gebühren beschwert
AFP

Visa-Symbol: Händler haben sich über Gebühren beschwert

Im Dezember hatte die EU bereits den Visa-Konkurrenten MasterCard aufgefordert, seine Kartengebühren zu ändern und die Verrechnungsgebühr abzuschaffen. Bei dem von der Kommission beanstandeten Interbankenentgelt handelt es sich um jene Gebühr, die die Händlerbank an die Bank des Visa-Karten-Besitzers zahlen muss - also zum Beispiel die Bank des Kaufhauses an die Bank der Kundin, die in dem Kaufhaus mit ihrer Visa-Karte eine Jeans gekauft hat.

Der Einzelhandel hatte sich über diese Gebühren beschwert, die die Banken Händlern oder Restaurants berechnen. EU-Verbraucherkommissarin Kroes argumentiert, dass die Geschäfte die überhöhten Kosten an die Verbraucher weitergeben. Visa hatte mit der EU-Kommission ausgehandelt, die Verrechnungsgebühr auf 0,7 Prozent zu begrenzen. Diese Vereinbarung lief aber Ende 2007 aus.

sam/Reuters/AFP



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