Kreditkrise Fed verpasst Bankensektor 41-Milliarden-Dollar-Spritze

Spätfolge der Kreditkrise: Die US-Notenbank hat dem Bankensektor heute mit rund 41 Milliarden Dollar ausgeholfen. Das Geld soll kurzfristig für Liquidität sorgen. Beobachter sehen darin eine Hilfe für die US-Wirtschaft, staunen aber über die Höhe der Summe.


Washington - Die US-Notenbank (Fed) hat dem amerikanischen Bankensystem eine der größten Finanzspritzen in ihrer Geschichte verabreicht. In drei separaten Offenmarktgeschäften versorgte die Fed das Bankensystem laut heutiger Mitteilungen der New Yorker Fed mit insgesamt 41 Milliarden Dollar. Die regionale Notenbank von New York ist für derartige temporäre Offenmarkt-Operationen zuständig. Seit der Ausweitung der US-Kreditkrise im Sommer ist dies die größte Liquiditätsspritze an einem Tag.

Die Aktion erfolgte einen Tag nachdem die obersten US-Währungshüter mit neun zu einer Stimme die Leitzinsen wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf 4,50 Prozent gesenkt haben. Zuvor hatte die Fed die Zinsen bereits um 0,50 Prozent gesenkt. Die jüngsten Zinssenkungen und die weitere Finanzspritze dürften der US-Wirtschaft helfen, die Folgen der Hypothekenkrise besser zu verkraften, hieß es von Experten.

Marktbeobachter zeigten sich Berichten zufolge allerdings überrascht von der Größenordnung der Finanzspritze. Sie werteten den Schritt als Beleg, dass die US-Notenbank dem Bankensektor Liquidität, die dem Bankensystem durch zeitlich auslaufende Papiere entzogen wird, sofort durch neue Finanzmittel ersetzen wolle. Die Notenbank kann nach Belieben zu jeder Zeit und in beliebigem Umfang Offenmarkt-Operationen zur Liquiditätsausweitung oder -abschöpfung vornehmen.

kaz/dpa-AFX



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