Kreditkrise Merrill Lynch schreibt Milliardenverlust und streicht 4000 Stellen

Kreditkrise und kein Ende: Zum dritten Mal in Folge hat die US-Investmentbank Merrill Lynch einen heftigen Quartalsverlust hinnehmen müssen. Unterm Strich steht ein Verlust von mehr als zwei Milliarden Dollar. Um die Krise zu bewältigen, streicht Merrill nun mehr als 4000 Stellen.


New York - Das New Yorker Bankhaus ringt mit den Folgen der Finanzkrise. In den ersten drei Monaten des Jahres 2008 betrug der Verlust von Merrill Lynch Chart zeigen 2,14 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal hatte die Bank unter dem Strich noch 2,11 Milliarden Dollar verdient. Damit summieren sich die Wertberichtigungen auf mittlerweile rund 30 Milliarden Dollar.

Logo von Merrill Lynch: Wertberichtigungen summieren sich auf 30 Milliarden Dollar
DPA

Logo von Merrill Lynch: Wertberichtigungen summieren sich auf 30 Milliarden Dollar

Um die Krise in den Griff zu bekommen, plant das Traditionshaus umfangreiche Maßnahmen zur Kostendämpfung. In den krisengeschüttelten Bereichen seien 4000 Stellenstreichungen vorgesehen. Wegen der Umstrukturierungen erwartet das Institut für das zweite Quartal Mehrbelastungen von 350 Millionen Dollar.

Die Investmentbank profitierte zunächst vom boomenden Immobiliengeschäft durch die Ausgabe gut abgesicherter Derivate. Im Jahr 2006, als die Papiere zunehmend riskanter wurden, unternahmen die Verantwortlichen bei Merrill Lynch aber offenbar nichts, um das Risiko für die Bank zu begrenzen. Auch als 2007 die ersten Anzeichen der Krise sichtbar wurden, trat niemand auf die Bremse.

Erst als die Probleme schon da waren, wechselte Merrill den Chef aus. Der erst seit Dezember amtierende Konzernchef John Thain verschaffte der Bank Finanzspritzen von mehr als zwölf Milliarden Dollar unter anderem von ausländischen Staatsfonds.

sil/AP/Reuters/dpa-AFX



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