Kreditverkauf Verbraucherschützer mahnen Banken ab

Hunderte Immobilienbesitzer in Deutschland haben das erlebt: Die Bank verkauft den laufenden Kredit an ein anderes Institut - und plötzlich muss das Haus zwangsversteigert werden. Jetzt haben Verbraucherschützer mehrere Geldhäuser abgemahnt.


Berlin - Erst verleihen sie Geld, dann verkaufen sie die Schulden - und der Kreditkunde ahnt nichts. Fünf Banken haben jetzt von Verbraucherschützern eine Abmahnung erhalten. Diese richten sich gegen Klauseln in Darlehensverträgen, mit denen Bankkunden pauschal in Forderungsverkäufe einwilligten.

Der Kunde willige in die Weitergabe seiner Daten ein und befreie die Bank vom Bankgeheimnis - unabhängig davon, ob der Kredit notleidend sei oder nicht, sagte der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), Gerd Billen. Damit könnten auch Kredite, die regelmäßig bedient werden, jederzeit verkauft werden. In der Folge seien Kreditkündigungen und willkürliche Zwangsvollstreckungen seitens der Neuerwerber nicht ausgeschlossen.

Diese Klauseln würden das Vertrauensverhältnis in die Bank unterwandern und enorme Risiken bergen, sagte, mit. Die Kunden könnten damit jederzeit einem völlig Fremden als Vertragspartner gegenüberstehen.

Nach einer vom Dachverband der Verbraucherzentralen beim Institut für Finanzdienstleistungen Hamburg (iff) in Auftrag gegebenen Studie hätten Kreditinstitute schon häufig nicht notleidende Kredite an Investoren verkauft - jedes Mal ohne Zustimmung der Kreditnehmer.

sil/AP



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