Kriegsangst Bush treibt den Euro auf über 1,07 Dollar

Der Dollar ist am Dienstagabend zum Euro und zum Schweizer Franken auf neue Tiefstände Gefallen. Ursache waren die jüngsten Äußerungen von US-Präsident George W. Bush zum Konflikt mit dem Irak.

New York - "Diese Kursentwicklung zeigt erneut, wie sehr dieser Markt von den Nachrichten zu Irak getrieben wird", sagte Devisenanalyst Ron Simpson von MMS International. Der Euro kletterte auf ein Drei-Jahres-Hoch über 1,0730 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuvor den Referenzkurs mit 1,0653 Dollar festgelegt. Zum Schweizer Franken fiel der Dollar sogar auf den tiefsten Stand seit vier Jahren bei Kursen um 1,3611 Franken.

Bush sagte am Dienstag, die Zeit für die von der Uno geforderte Abrüstung Iraks werde knapp. "Mir ist jetzt klar, dass er (der irakische Präsident Saddam Hussein) nicht abrüstet", sagte Bush in Washington. "Er zögert hinaus. Er täuscht. Er spielt mit den Inspektoren ein Versteckspiel."

Saddam sei genügend Zeit zur Entwaffnung gegeben worden. Die USA haben Irak mit einem Militärschlag gedroht, sollte das Land die Abrüstungsauflagen der Vereinten Nationen (Uno) nicht erfüllen. Die Spannungen in Irak sprächen für weitere Verluste der US-Währung, sagten Devisenhändler. Auch gebe es Unsicherheiten über die weitere Gewinnentwicklung der US-Unternehmen.

Stützend für den Euro wirkte auch das im Januar deutlich besser als erwartet ausgefallene ZEW-Konjunkturbarometer. Die Konjunkturaussichten für Deutschland verbesserten sich im Januar einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge erstmals seit sieben Monaten. "Es zeigt sich wohl ein erster Silberstreif am Horizont. Freilich bleiben erhebliche Risiken über den Ausgang der Irakkrise und über den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland bestehen", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

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