Kriegsgerät HDW bewirbt sich um Auftrag für Tarnkappenschiffe

Die Werft HDW bewirbt sich gemeinsam mit ihrem US-Partner Northrop Grumman für einen Auftrag bei der amerikanischen Navy. Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten planen, ein Kontingent neuartiger Trankappenschiffe einzukaufen.


Tarnkappenschiff Visby: Begehrte Technik

Tarnkappenschiff Visby: Begehrte Technik

Kiel/Paris - HDW und der amerikanische Rüstungskonzern Northrop Grumman wollen künftig gemeinsam Kriegsschiffe für die US-Navy bauen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag zwischen der schwedischen HDW-Tochter Kockums und Northrop Grumman wurde am Dienstag in Paris unterzeichnet, teilte HDW mit. Kockums sei jetzt Mitglied eines Teams um die Rüstungsfirma, die sich den derzeit in den USA verhandelten Auftrag der Navy für Tarnkappenschiffe sichern will.

Gegenüber manager-magazin.de sagte HDW-Sprecher Jürgen Rohweder, das Auftragsvolumen befände sich "deutlich im dreistelligen Millionenbereich". Mehrere US-Militärkonzerne würden sich um den Auftrag bewerben, bis wann die Zuteilung erfolgen werde, sei bisher noch offen.

"Unsichtbare" Schiffe

Die hundertprozentige HDW-Tochter Kockums soll im Rahmen des Abkommens ihre Erfahrung in Konstruktion und Bau der Schiffe zur Verfügung stellen. "Ich bin davon überzeugt, dass wir unseren amerikanischen Partnern beträchtliche Erfahrung und Know-how bieten können", erklärte Kockums-Chef Martin Hagbyhn.

Die Schweden bauen zurzeit in Karlskrona fünf Korvetten mit einer fortschrittlichen Kohlefaser-Technologie für die schwedische Marine. Laut HDW sind die Korvetten der sogenannten Visby-Klasse die weltweit ersten praxistauglichen Tarnkappenschiffe.

In den vergangenen beiden Jahren haben Kockums und HDW ein Tarnkappenschiff für den Export-Markt entwickelt. Im Militär-Einsatz sind die Schiffe zum Minenräumen, zur U-Boot-Abwehr, zum Überwasserkampf und für Patrouillenfahrten vorgesehen.

Erst im März hatte der US-Investor One Equity Partners 75 Prozent an HDW übernommen. Der größte Teil dieses Pakets lag zuvor beim Maschinenbaukonzern Babcock Borsig Chart zeigen, der heute von Insolvenzverwaltern gelenkt wird.



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