Krise bei Autozulieferer ZF Friedrichshafen erwägt Abbau von 4500 Jobs

Harte Einschnitte bei Deutschlands drittgrößtem Autozulieferer: ZF Friedrichshafen erwägt nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" einen drastischen Einschnitt bei den Personalkosten - und rechnet in diesem Jahr mit einem Verlust von 500 Millionen Euro.


Frankfurt - Die Schwierigkeiten vieler Automobilhersteller schlagen auf die Zulieferindustrie durch. Im Zuge eines weiteren Sparpakets sind bei Deutschlands drittgrößtem Autozulieferer ZF Friedrichshafen einem Zeitungsbericht zufolge 4500 Arbeitsplätze in Gefahr. Diese Stellenzahl entspreche der geplanten Reduzierung der Personalkosten um 300 Millionen Euro, berichtet die "Stuttgarter Zeitung" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.

ZF wolle den Beschäftigten harte Abstriche bei der betrieblichen Altersvorsorge und den übertariflichen Leistungen zumuten. Insgesamt wolle der Konzern bis zu 600 Millionen Euro einsparen. Einschnitte solle es auch in Vertrieb und Verwaltung, Forschung und Entwicklung sowie im Geschäft mit den Lieferanten geben. Das Sparpaket solle auf der Aufsichtsratssitzung Mitte Juli beraten werden.

Konzernchef Hans-Georg Härter hatte zuletzt gesagt, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Seinen Angaben zufolge beschäftigt ZF 63.000 Mitarbeiter, 60 Prozent davon in Deutschland. Das Unternehmen, das vor allem Getriebe und Fahrwerkstechnik an die Autobauer liefert und dabei mit Bosch und Continental konkurriert, wird von der Autokrise stark in Mitleidenschaft gezogen. Dem Zeitungsbericht zufolge rechnet ZF für das laufende Jahr mit einem Verlust von fast einer halben Milliarde Euro.

Experten fürchten eine tiefe Krise der Automobil- und Zulieferindustrie in den kommenden Jahren. Dabei könnten insgesamt zwischen zehn und 15 Prozent der Arbeitsplätze in dem Sektor verloren gehen.

beb/Reuters



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