Krise im Güterverkehr Bahn legt 8000 Waggons still

Die Wirtschaftsflaute trifft die Deutsche Bahn mit voller Wucht: Wegen mangelnder Aufträge hat sie bereits 8000 Waggons vorübergehend ausgemustert. Um die überflüssigen Wagen abzustellen, musste der Konzern extra 170 Kilometer Gleise anmieten.


Berlin - Sie stehen auf dem Abstellgleis, im wahrsten Sinn des Wortes: Die Deutsche Bahn hat wegen fehlender Aufträge bereits 8000 Güterwaggons vorübergehend still gelegt. Das geht aus einem Brief des Bahn-Vorstands an die Mitarbeiter der Güterbahn-Tochter Railion Deutschland hervor. "Wir mussten bislang 8000 unserer Wagen abstellen, das sind ca. acht Prozent unserer Kapazität, und dafür rund 170 Kilometer Gleise anmieten", heißt es in dem Schreiben von Bahn- Logistik-Vorstand Norbert Bensel und Railion-Vorstandschef Klaus Kremper vom vergangenen Freitag.

Konzernchef Hartmut Mehdorn hatte drei Tage zuvor vor einem Einbruch im Schienengüterverkehr im Dezember und Januar gewarnt. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA nannten dies ein Horrorszenario vor den anstehenden Tarifverhandlungen für rund 130.000 Beschäftigte der Bahn.

In dem Mitarbeiterbrief des Bahn-Vorstands heißt es: "Wir stellen uns darauf ein, dass diese Krise nicht nur zwei, drei Monate anhalten wird. Deshalb werden wir jetzt, wie auch der gesamte Konzern, gegensteuern und in enger Abstimmung mit den Betriebsräten konstruktive Maßnahmen beraten und gemeinsam umsetzen." Zusätzlich würden alle Ausgaben einer Prüfung unterzogen.

sam/dpa



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