Krise in Osteuropa Börsen weniger unter Druck als befürchtet

Russland eskaliert die Situation in der Ukraine, doch die Börsen zeigen sich robust: Der Dow Jones verlor zum Start nur moderat, der Dax holte Anfangsverluste sogar auf. Grund zur Entwarnung sehen Experten aber nicht.
Die US-Börse nach dem Start am Dienstag: Viele Konfliktrisiken bereits eingepreist

Die US-Börse nach dem Start am Dienstag: Viele Konfliktrisiken bereits eingepreist

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TIMOTHY A. CLARY / AFP

Der eskalierende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hält die US-Aktienmärkte nach dem langen Wochenende weniger stark im Würgegriff als zunächst befürchtet. Der Dow Jones Industrial bewegte sich am Dienstag nach rund zwei Handelsstunden mit 1,0 Prozent im Minus bei 33.751 Punkten, nachdem vorbörsliche Indikationen schon einen Rutsch bis unter die Marke von 33.500 Zählern erwarten lassen hatten. Der technologielastige Nasdaq 100 lag mit 13.380 Zählern 1,2 Prozent im Minus.

Börsianer sprachen davon, dass in den vergangenen Tagen schon viele Konfliktrisiken eingepreist worden seien, mögliche positive Nachrichten die Stimmung aber schnell wieder aufhellen könnten. So halten die Strategen von Morgan Stanley es für möglich, dass die US-Märkte schnell wieder um fünf Prozent anziehen könnten, sollte es zu einer Deeskalation kommen.

Entwarnung wollten Experten aber dennoch nicht geben. »Im kurzfristigen Zeithorizont stellt dieser Konflikt für die Aktienmärkte einen signifikanten Belastungsfaktor dar«, konstatierte Analyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank. In der Vergangenheit hätten sich politische Börsen zwar oft als kurzlebig erwiesen. Ob dies erneut der Fall sein werde, sei aber seriös nicht zu beantworten. Eine Lösung des Konflikts sei nicht in Sicht.

Dax erholt sich nach schwachem Start

Der deutsche Aktienmarkt machte seine morgendlichen Verluste wett. Zwar schloss der Dax mit 0,26 Prozent erneut im Minus und endete damit bei 14.693 Punkten. Damit bremste er aber die jüngste Talfahrt als Folge des Konflikts um die Ukraine deutlich ab. Der MDax gab um 0,43 Prozent auf 32.191,64 Punkte ebenfalls nur noch moderat nach. An der Moskauer Börse, wo die Kurse am Vortag eingebrochen waren, legte der Leitindex RTSI sogar wieder zu.

Auch beim Ölpreis trat eine leichte Normalisierung ein, nachdem dieser zwischenzeitlich der 100-Dollar-Marke nahegekommen war. Für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April mussten bis zu 99,50 US-Dollar gezahlt werden. Später sank der Preis allerdings wieder, am frühen Abend lag er bei 96,90. Das waren 1,51 Dollar mehr als am Vortag.

sol/dpa
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