Krisen-Airline Alitalia meldet Insolvenz an
Rom - Die schwer angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia hat den ersten Schritt auf dem Weg zu einem Neuanfang gemacht. Das Unternehmen habe Konkurs beantragt, teilte Alitalia nach einer Sitzung des Verwaltungsrats am Freitag in Rom mit. Sie berief sich dabei auf ein erst am Donnerstag verabschiedetes Dekret, das die Regierung Berlusconi extra für die Alitalia ersonnen hatte.
Danach besteht nun die Möglichkeit, die Gesellschaft in rentable und unrentable Bereiche aufzusplitten. Der gesunde Teil soll dann - unterstützt von einer Gruppe italienischer Investoren - in eine Partnerschaft mit einer anderen Fluggesellschaft eingebracht werden. Verhandlungen laufen mit der Deutschen Lufthansa und Air France/KLM.
Ende April waren Pläne zu einer Alitalia-Übernahme durch Air France/KLM fehlgeschlagen. Derzeit überlebt die noch zu 49,9 Prozent in Staatsbesitz befindliche italienische Gesellschaft nur durch einen Überbrückungskredit der Regierung.
Alitalia hat nach eigenen Angaben wegen Arbeitsunruhen, gestiegener Treibstoffpreise und der Konkurrenz von Billigfliegern zuletzt zwei Millionen Euro pro Tag verloren. Die Nettoverschuldung Ende Juli wurde mit 1,172 Milliarden Euro angegeben. Ein Regierungsdarlehen von 300 Millionen Euro ist darin nicht enthalten.
amz/AP/dpa