Krisen-Konzern Motorola zerlegt sich selbst

Zeitenwende beim US-Elektronikkonzern Motorola: Die kriselnde Handy-Sparte wird abgetrennt und separat an die Börse gehievt. Der Konzern kapituliert damit vor dem umtriebigen US-Milliardär Carl Icahn – er hatte sich massiv für die Spaltung engagiert.


New York/Schaumburg – Nun ist es beschlossen: Motorola soll in zwei eigenständige Unternehmen zerlegt werden, die jeweils an der Börse notiert seien sollen – das teilte das Management an diesem Mittwoch mit. Die Konzernteilung in einen Handy- und einen Firmenkunden-Anbieter soll bis 2009 vollzogen sein.

Die Aktien reagierten auf die Ankündigung vorbörslich mit einem Freudensprung von rund zehn Prozent.

Der seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Greg Brown hatte eine Überprüfung der Strategie und radikale Einsparungen angekündigt. Eine Abspaltung der Handy-Sparte wurde schon damals nicht ausgeschlossen. Diese hat akute Probleme, sich auf dem Weltmarkt durchzusetzen. Das schwächelnde Handy-Geschäft hatte den Gesamtkonzern im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gezogen. Motorola ist als Handyhersteller mittlerweile auf den dritten Platz hinter Nokia und Samsung zurückgefallen und verliert weiter Marktanteile. Die Modellpalette gilt als nicht konkurrenzfähig genug.

Neben der Handy-Sparte betreibt Motorola profitable Geschäfte unter anderem mit TV-Settopboxen sowie Mobilfunknetzen und Kommunikationstechnik für Firmen.

Aktionäre hatten die Aufspaltung seit längerem gefordert. Insbesondere der größte Einzelaktionär Carl Icahn hatte massiv Druck gemacht. Die derzeitigen Motorola-Aktionäre sollen Anteile an beiden Unternehmen erhalten.

itz/Reuters/AP/dpa



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