Krisenkonzern GM macht 8,6 Milliarden Dollar Verlust

Mit einem Milliarden-Minus schließt General Motors das Jahr 2005 ab. Der weltgrößte Autobauer will sich mit einem rabiaten Sparkurs aus der Krise bugsieren. Im Europa-Geschäft zeigt das Sanierungsprogramm bereits erste Erfolge.


Washington/New York - General Motors (GM) Chart zeigen gab heute bekannt, 2005 ein Minus von 8,6 Milliarden Dollar verbucht zu haben. Im Jahr davor hatte das Unternehmen noch ein Plus von 2,8 Milliarden Dollar verzeichnet. Der Umsatz sank um 0,4 Prozent auf 192,6 Milliarden Euro. Allein im vierten Quartal lag das Minus nach GM-Angaben bei knapp 4,8 Milliarden Dollar. Im Jahr 2004 hatte GM noch 2,8 Milliarden Dollar verdient.

General-Motors-Fahrzeuge: Keine Hilfe von Bush
AP

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Die Verluste lagen damit noch über den Analystenerwartungen. Die GM-Aktie setzte nach Bekanntgabe der Zahlen entsprechend zum Sinkflug an. Das Papier verlor bis zu 3,9 Prozent im frühen Handel.

Der Konzern leidet wie der US-Konkurrent Ford auf dem amerikanischen Heimatmarkt unter Überkapazitäten und massiven Absatzproblemen. Die Hersteller verlieren Marktanteile an die asiatische Wettbewerber, weil sie zu lange auf hochmotorisierte und spritschluckende Geländewagen gesetzt haben. Bei den hohen Benzinpreisen greifen die US-Kunden nun zu sparsameren Autos.

Im Kampf gegen die Krise hatte GM bereits im vergangenen Jahr angekündigt, bis 2008 in Nordamerika fünf Montagewerke schließen und 30.000 Jobs abbauen zu wollen. Auch Ford streicht im großen Stil Stellen und schließt Fertigungen.

US-Präsident George W. Bush hat Aussichten auf eine Hilfsaktion für die angeschlagenen Autoriesen heute heruntergespielt. Er rate den Unternehmen, "ein Produkt zu entwickeln, das für den Markt relevant sei", statt mit ihren hohen Pensionsverpflichtungen Hilfe suchend nach Washington zu blicken, sagte Bush dem "Wall Street Journal" in einem Interview.

Verluste in Europa eingedämmt

Die Europa-Sparte von GM hat im vergangenen Jahr den operativen Verlust halbiert. Neben Vauxhall und Saab gehört auch der deutsche Hersteller Opel diesem Bereich an. Insgesamt schlug bei den Marken vor Sondereffekten ein Minus von 375 Millionen Dollar zu Buche. Im Vorjahr hatte der Verlust noch 742 Millionen Dollar betragen. Das Sanierungsprogramm mit dem Abbau von 9500 Stellen habe Früchte getragen, hieß es.

Zum Ergebnis der Marke Opel machte GM keine Angaben. Opel hat nach Medienberichten 2005 den Sprung in die schwarzen Zahlen so gut wie geschafft, während Saab in Schweden massive Verluste gemacht habe. Konzern-Chef Rick Wagoner sagte, die Kostenreduzierungen würden 2006 Fortschritte im Europa-Geschäft bringen.



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