Krisenmaßnahme Russland will seinen Bürgern das Goldschürfen erlauben

Ein russischer Regionalpolitiker beweist Kreativität: Als Mittel gegen die Krise will er Bürgern das Recht einräumen, nach Gold zu schürfen. Präsident Medwedew steht der Anfrage aufgeschlossen gegenüber: "Wir sollten es ausprobieren."


Moskau - Russland will seinen Bürgern angesichts der Finanzkrise und steigender Arbeitslosigkeit eine Erlaubnis zum Goldschürfen ausstellen. Das berichtet die russische Tageszeitung "Iswestija". Präsident Dmitrij Medwedew habe die Regierung angewiesen, eine Erlaubnis für das Gebiet Magadan zu prüfen.

Russlands Präsident Medwedew: "Sollten es ausprobieren"
AP

Russlands Präsident Medwedew: "Sollten es ausprobieren"

Regionalratspräsident Alexander Alexandrow habe einen entsprechenden Vorschlag bei Medwedew schriftlich eingereicht, schreibt "Iswestija". Magadan liegt im fernen Osten Russlands und ist reich an Bodenschätzen. Bislang sind nur größere Unternehmen zur Suche nach dem Edelmetall berechtigt. Der Präsident zeigte sich aufgeschlossen: "Wir sollten es ausprobieren."

Gold erfreut sich in der Finanzkrise einer starken Nachfrage, Russland zählt zu den wichtigsten Fördernationen weltweit. Viele Arbeitslose und Rentner stünden bereit, um nach Gold zu graben, in den Flüssen zu sieben oder die Abraumhalden ehemaliger Goldvorkommen durchzuarbeiten, schreibt "Iswestija". Die Erlaubnis könnte für Parzellen erteilt werden, in denen keine nennenswerten Vorkommen registriert sind. Der Staat hält ein Monopol bei der Goldgewinnung. Nach Angaben Medwedews ist die Zahl der Arbeitslosen im Land infolge der Finanzkrise auf sechs Millionen angestiegen.

Die weltweite Wirtschaftskrise hatte den Goldpreis kürzlich bereits über 1000 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) getrieben. Gold gilt als vermeintlich sichere Anlage in der Krise. Am vergangenen Freitag kostete die Feinunze Gold in London 928,00 Dollar.

cte/AFP/dpa



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