Kritik an Becker und Co. BDI-Präsident lästert über steuerflüchtige Spitzensportler

Boris Becker ein Idol? Von wegen, sagt Jürgen Thumann. Wer "zig Millionen" verdient, soll sie auch in der Heimat versteuern, kritisiert der Industriepräsident Spitzensportler, die aus Steuergründen ins Ausland ziehen.


Berlin - Industrie-Präsident Jürgen Thumann hat deutsche Spitzensportler wie Boris Becker und Michael Schumacher scharf dafür kritisiert, dass sie aus Steuergründen ins Ausland ziehen. "Viele Sportler haben zig Millionen Euro im Jahr verdient. Warum können sie nicht einige Millionen Steuern in ihrem Heimatland zahlen, in dem sie groß geworden sind?", sagte Thumann der Zeitung "Bild am Sonntag".

Auf völliges Unverständnis stieß beim BDI-Präsidenten der Starruhm, den diese Sportler genießen: "Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie Sportler, die mit ihrem Vermögen ins Ausland gehen, hier als Idole hochgejubelt werden." Thumann betonte in dem Interview, dass er selbst seine Steuern stets in Deutschland bezahlt habe.

Der Industriepräsident kritisierte zudem die in der Wirtschaft um sich greifende Gier. "Wenn die 20 führenden Spitzenverdiener der amerikanischen Finanzbranche im Jahr, wie ich höre, durchschnittlich über 500 Millionen Dollar kassieren, stimmen die Verhältnisse nicht mehr", sagte Thumann.

phw/ddp



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