Kritik an OECD Luxemburg kämpft gegen Steuersünder-Liste

Der luxemburgische Außenminister Asselborn wehrt sich gegen die OECD-Liste der Steueroasen. "Luxemburg schützt keine Steuerbetrüger", sagte er dem SPIEGEL, "aber wir wollen nicht, dass Herr Steinbrück auf Knopfdruck erfährt, wer wie viel auf dem Konto hat".


Hamburg - Jean Asselborn, Außenminister Luxemburgs, übt heftige Kritik an der neuen OECD-Liste internationaler Steueroasen. "Die Liste ist völliger Unsinn; das Verfahren stinkt zum Himmel", sagte Asselborn dem SPIEGEL.

"Ich kann nicht verstehen, dass sich ein Land wie Frankreich vor China und gegen EU-Staaten oder auch die Schweiz stellt. Das macht den Kitt kaputt, der Europa zusammenhält."

Die OECD hatte vor wenigen Tagen eine Übersicht veröffentlicht, die Luxemburg derselben "grauen Liste" zuordnet wie die Cayman Islands. China oder die britischen Kanalinseln Jersey und Guernsey werden hingegen der weißen Liste zugeordnet. Der Vorstoß der OECD steht im Zusammenhang mit dem vor allem auf Drängen Frankreichs gefassten Beschluss des Londoner G-20-Gipfels, wonach die Industriestaaten stärker gegen Steueroasen vorgehen wollen.

Im SPIEGEL verteidigt Asselborn die Steuerpolitik seines Landes: "Luxemburg schützt keine Steuerbetrüger, aber wir wollen nicht, dass Herr Steinbrück auf Knopfdruck erfährt, wer wie viel auf dem Konto hat." Damit attackierte der Minister direkt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der sich im Kampf gegen Steueroasen besonders hervor tut.



insgesamt 1887 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Gebetsmühle 13.03.2009
1.
Zitat von sysopLiechtenstein und Andorra gaben als erste auf, nun folgen die Schweiz, Luxemburg und Österreich: Die Regierungen von Steueroasen in ganz Europa beugen sich dem internationalen Druck - das Ende des Bankgeheimnisses?
das wurde auch zeit. entweder überall ein bankgeheimnis oder nirgendwo. damit hört dann hoffenltich endlich diese ärgerliche steuerhinterziehung auf.
Hartmut Dresia, 13.03.2009
2.
Zitat von sysopLiechtenstein und Andorra gaben als erste auf, nun folgen die Schweiz, Luxemburg und Österreich: Die Regierungen von Steueroasen in ganz Europa beugen sich dem internationalen Druck - das Ende des Bankgeheimnisses?
Das Ende des Bankgeheimnisses sollte eher darin bestehen, dass die Verluste von Pleitebanken offengelegt werden und dem Bürger dargelegt wird, wer die Begünstigten all der Rettungsmilliarden sind, die in den Bankensektor gepumpt werden. Schulden verstaatlichen und Gewinne privatisieren (http://www.plantor.de/2009/hre-schulden-verstaatlichen-und-gewinne-privatisieren/), das darf nicht die Politik sein, hier gilt es an erster Stelle Transparenz zu schaffen.
Zero2024 13.03.2009
3.
Es wird andere Wege und Orte geben. Dieses Geld wird wohl dann in andere Länder verschifft. Man wird es nie vermeiden können, dass Menschen versuchen Ihre Steuern zu hinterziehen.
Reziprozität 13.03.2009
4.
Zitat von sysopLiechtenstein und Andorra gaben als erste auf, nun folgen die Schweiz, Luxemburg und Österreich: Die Regierungen von Steueroasen in ganz Europa beugen sich dem internationalen Druck - das Ende des Bankgeheimnisses?
"Nachdem Merz diese Änderungen präsentiert hatte, stellte er andererseits ausdrücklich fest: «Das Bankgeheimnis bleibt bestehen». Deshalb brauche es auch keine Gesetzesänderungen. Der Finanzminister betonte insbesonders, _dass sich für in der Schweiz ansässige Steuerpflichtige gar nichts ändere._" Prima, ich bin zufrieden mit dieser Lösung.
Reziprozität 13.03.2009
5.
Zitat von Reziprozität"Nachdem Merz diese Änderungen präsentiert hatte, stellte er andererseits ausdrücklich fest: «Das Bankgeheimnis bleibt bestehen». Deshalb brauche es auch keine Gesetzesänderungen. Der Finanzminister betonte insbesonders, _dass sich für in der Schweiz ansässige Steuerpflichtige gar nichts ändere._" Prima, ich bin zufrieden mit dieser Lösung.
Quelle (http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/schweiz_bankgeheimnis_konzessionen_oecd_standard_1.2193064.html)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.