Euro statt Kuna EU-Gipfel segnet die Einführung des Euro in Kroatien ab

In Brüssel haben sich die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union für einen Beitritt Kroatiens zum Euroraum starkgemacht. Ein »exzellentes Signal«, sagt der kroatische Ministerpräsident Plenković.
Kroatischer Ministerpräsident Andrej Plenković (mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, EZB-Präsidentin Christine Lagarde, Irlands Finanzminister Paschal Donohoe)

Kroatischer Ministerpräsident Andrej Plenković (mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, EZB-Präsidentin Christine Lagarde, Irlands Finanzminister Paschal Donohoe)

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OLIVIER HOSLET / EPA

Kroatien hat von den Staats- und Regierungschefs der anderen EU-Staaten grünes Licht für die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro erhalten. Bundeskanzler Olaf Scholz und seine Kollegen stellten sich in Brüssel hinter den Vorschlag der EU-Kommission, der die Euro-Einführung in dem Land an der Adria zum 1. Januar 2023 vorsieht. Zuvor hatten dies bereits die EU-Finanzminister getan.

Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenković nannte die Entscheidung ein »exzellentes Signal für die kroatische Wirtschaft«. Kroatien werde durch die Mitgliedschaft in Zukunft besser darauf vorbereitet sein, dem Druck von Krisen standzuhalten. Nach Angaben von Plenković kommen 70 Prozent der Touristen in dem Land aus Euroländern.

Erstes neues Mitglied in der Eurozone seit 2015

Das zuletzt rund 4,1 Millionen Einwohner zählende Kroatien bemüht sich seit Jahren, die Kriterien für eine Aufnahme in den Euro-Klub zu erfüllen. Bislang ist die kroatische Landeswährung die Kuna. Als bislang letztes Land war zum 1. Januar 2015 Litauen als 19. Mitglied in den Kreis der Länder mit der Gemeinschaftswährung aufgenommen worden.

Nach den EU-Verträgen sind alle Mitgliedstaaten bis auf Dänemark zum Beitritt zur Gemeinschaftswährung verpflichtet, sobald sie die Voraussetzungen erfüllen. Mehrere Staaten verfolgen dies aber nicht mit Nachdruck – zu ihnen zählen zum Beispiel Schweden, Polen und Ungarn.

In Kroatien sieht vor allem der Fremdenverkehr der Einführung des Euro mit großen Erwartungen entgegen. Das Land mit der langen Adriaküste, den vielen malerischen Buchten und Inseln lebt stark vom Tourismus. Zugleich befürchten viele Menschen, dass durch die Umstellung auf die europäische Gemeinschaftswährung die Lebenshaltungskosten stark steigen könnten.

atb/dpa
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