Kryptowährungen China nimmt Bitcoin-Mining ins Visier und löst Kursrutsch aus

Die Erzeugung von Kryptowährungen wird nicht nur wegen des enormen Stromverbrauchs kritisch gesehen. China kündigte nun harte Maßnahmen gegen Bitcoin und Co. an. Die Cyberdevisen reagierten mit Verlusten.
Kryptowährungen sind auch in China beliebt, die chinesische Regierung scheint davon aber nicht begeistert

Kryptowährungen sind auch in China beliebt, die chinesische Regierung scheint davon aber nicht begeistert

Foto: ALEX HOFFORD/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die chinesische Regierung hat angekündigt, härtere Maßnahmen gegen die Erzeugung von Kryptowährungen durchzusetzen, und die Kurse damit zum Einbrechen gebracht. Vizepremier Liu He sagte, dass China gegen die Mining- und Handelsaktivitäten mit der virtuellen Währung vorgehen werde. Illegale Wertpapiergeschäfte würden unterbunden, und die Stabilität der Aktien-, Anleihen- und Devisenmärkte werde aufrechterhalten.

Es ist das erste Mal, dass der chinesische Staatsrat explizit die Kryptowährungen ins Visier nimmt. Der staatliche Sender CCTV warnte in einem Kommentar auf seiner Website vor »systemischen Risiken« von Kryptowährungen. »Bitcoin ist kein Anlageinstrument mehr, um Risiken zu vermeiden. Es ist vielmehr ein spekulatives Instrument«, hieß es.

Der Kurs der bekanntesten und nach Marktanteil größten Digitalwährung Bitcoin rutschte daraufhin am Freitagnachmittag deutlich unter die Marke von 40.000 US-Dollar und fiel bis auf 36.679 Dollar. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich der Bitcoin-Kurs vorerst in der Nähe des Tagestiefs stabilisieren. Erst am Mittwoch war der Bitcoin in kurzer Zeit bis auf 30.066 Dollar eingebrochen und damit auf das niedrigste Niveau seit Ende Januar.

Das sogenannte Mining verbraucht bei der Herstellung von Bitcoins enorm viel Strom und wird deswegen von Klimaschützern kritisch gesehen. Die Maßnahmen werden in China jedoch auch als Teil von Bemühungen zur Sicherung der Finanzstabilität gesehen. »Sollte das Reich der Mitte nun auch noch dem Mining-Geschäft den Stecker ziehen, wäre dies ein weiterer harter Schlag«, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. »Die Hiobsbotschaften wollen offensichtlich derzeit nicht abreißen.«

Die zweitgrößte Digitalwährung Ether geriet ebenfalls unter Druck. Am Nachmittag fiel der Kurs um mehr als zehn Prozent auf rund 2500 Dollar. Am Mittwoch war er zeitweise um bis zu 40 Prozent auf knapp 2000 Dollar eingebrochen.

Kryptohandel bleibt turbulent

Damit bleibt der Handel mit Kryptowährungen turbulent, in den vergangenen Wochen hatte es ständige Aufs und Abs gegeben. Regulierer wie die Bafin warnen deshalb beständig vor den hohen Risiken, die Anlagen in Digitalwährungen mit sich bringen. Bitcoin kann rund um die Uhr gehandelt werden und zieht viele private Spekulanten an, was große Kursschwankungen begünstigt.

Zuvor hatte bereits Tesla-Chef, Multimilliardär und Krypto-Befürworter Elon Musk den Markt für Kryptowährungen mehrfach in Aufregung versetzt. Erst revidierte Musk den Bitcoin-freundlichen Kurs des Elektroautobauers Tesla, dann schien er anzudeuten, dass sich dieser von seinen Bitcoin-Beständen trennen könnte. Musk dementierte Letzteres schnell, die Kursbewegungen beim Bitcoin waren aber enorm.

Am Donnerstagabend gab das US-Finanzministerium zudem bekannt, dass es zwecks Steuerehrlichkeit eine Anzeigepflicht für Kryptotransaktionen von mehr als 10.000 US-Dollar in Erwägung ziehe. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, wäre dies ein Schlag gegen die von Fans geschätzte Anonymität von Transaktionen bei Kryptowährungen.

hba/dpa/Reuters
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