Kultlimonade Rhönsprudel will Bionade verkaufen

Noch ist es nicht offiziell, aber die Hinweise verdichten sich: Der Getränkehersteller Rhönsprudel will seinen Anteil an Bionade verkaufen. Interessenten für die erfolgreiche Marke stehen schon bereit.


Hamburg - 51 Prozent hält Rhönsprudel an der Bionade GmbH, doch diesen Anteil will man loswerden: Nach Informationen der "Lebensmittelzeitung" plant der Getränkehersteller, seine Beteiligung an dem Limonadenhersteller zu verkaufen und hat dafür die Frankfurter Bank Sal. Oppenheim eingeschaltet. Als Kaufinteressenten werden Krombacher und Coca-Cola Chart zeigen genannt, die bis zu 70 Millionen Euro zahlen sollen, wenn es nach den Wünschen von Rhönsprudel geht. Auch der Inhaber der Bionade-Markenrechte, die Familie Peter-Leipold, soll Interesse signalisiert haben.

Bionade-Flaschen: Juwel soll zum Verkauf stehen
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Bionade-Flaschen: Juwel soll zum Verkauf stehen

Geschäftsführer Manfred Ziegler dementiert laut "Lebensmittelzeitung" die Verkaufsabsichten zwar. Unternehmenskenner gingen jedoch davon aus, dass der Verkauf aus strategischen Gründen geplant sei, schreibt das Branchenblatt weiter. Schon in der Vergangenheit seien eine Reihe von Umstrukturierungen vorgenommen worden. Mit Bionade stehe jetzt aber das eigentliche Juwel der Gruppe zum Verkauf. Coca-Cola hatte sich bereits 2005 um die Übernahme der Markenrechte bemüht - allerdings erfolglos.

Die 51-prozentige Beteiligung an Bionade von Rhönsprudel stammt aus dem Jahr 2004, damals gewährte das Getränkeunternehmen dem Limonadenhersteller ein verzinstes Darlehen in Höhe von 380.000 Euro und erhielt dafür die Anteile als Sicherheit. Mit dem Geld konnte eine Zwangsversteigerung des damals vor dem wirtschaftlichen Aus stehenden Unternehmens verhindert werden.

Aus dieser Zeit stammt allerdings auch der Haken der an sich attraktiven Beteiligung: Sie fällt laut "Lebensmittelzeitung" im Jahr 2025 an die Familie Peter-Leipold zurück. "Diese Zeitbegrenzung ist ein Pferdefuß. Schließlich weiß man nicht, was dann passiert", zitiert die Zeitung einen Branchenkenner. Investitionen könnten sich dann als umsonst herausstellen. Bis dahin allerdings könnte der potentielle Investor noch kräftig von den Bionade-Gewinnen profitieren.

sam



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