Kurioser Kauf Lotto-Gewinner degradiert seinen Chef zum Angestellten

Was kann man mit zehn Millionen Euro alles anstellen? Zum Beispiel die Firma des eigenen Arbeitgebers kaufen, dachte sich ein französischer Lkw-Fahrer. Sein ehemaliger Boss darf im Unternehmen bleiben - als Mitarbeiter.


Paris - Ein französischer Lottogewinner hat sein Geld auf eine interessante Weise investiert: Er kaufte das Unternehmen, bei dem er bis dato beschäftigt war. Seinen ehemaligen Chef machte der 50-Jährige damit zum Angestellten.

"Ich habe nur getan, was getan werden musste", sagte der Mann der französischen Zeitung "Le Parisien". Der Lastwagenfahrer aus der Normandie, dessen Name die Zeitung nicht nannte, hatte im September zehn Millionen Euro gewonnen. Als das Speditionsunternehmen seines alten Arbeitgebers Finanzprobleme bekam, griff er zu. Der Kaufpreis lag laut der Zeitung bei mehreren Hunderttausend Euro, der Lottogewinner verfügt nun über 100 Prozent der Firmenanteile.

"Ich hatte die Mittel zum Investieren und konnte so verhindern, dass 13 oder 14 Menschen arbeitslos werden", sagte der Lottogewinner. Gegen seinen ehemaligen Boss hegt er keinen Groll, im Gegenteil: Dieser sei "ein guter Kumpel" und dürfe daher im Unternehmen bleibe. "Er tat mir leid, also habe ich ihm einen Job gegeben."

"Ich liebe es zu fahren"

Der Franzose habe sich seit seinem Gewinn noch keinen Urlaub gegönnt, sondern erst mal auf Rat seines Finanzberaters den Gewinn angelegt, berichtet die Zeitung. Trotz seiner neuen Rolle als Eigentümer sei er fast jeden Tag im Büro. Und wenn einer seiner Leute krank sei, setze sich der Millionär gelegentlich auch noch selbst hinter das Steuer - so wie zuvor fast 30 Jahre lang. "Ich liebe es zu fahren", sagte er "Le Parisien".

Befehle zu erteilen, bereite ihm allerdings auch keine Probleme. Seine Ex-Kollegen würden ihn alle respektieren. Laut der französischen Lottogesellschaft ist der Lkw-Fahrer etwas Besonderes: Zwar würden viele Gewinner in Firmen oder Restaurants investieren, aber bislang habe noch niemand seinen Arbeitgeber aufgekauft.

Trotz aller Leidenschaft für die Firma ("Das Transportwesen ist mein Leben") sagt der Millionär auch: "Wenn ich merke, dass ich zu viel Geld verliere, steige ich wieder aus."

cte/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
Michael Giertz, 07.02.2011
1. Traumhaft!
Zitat von sysopWas kann man mit zehn Millionen Euro alles anstellen? Zum Beispiel die Firma des eigenen Arbeitgebers kaufen, dachte sich ein französischer Lkw-Fahrer. Sein ehemaliger Boss darf in der Firma bleiben - als Mitarbeiter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,744014,00.html
Der Traum eines jeden mehr oder weniger gerecht behandelten Arbeitnehmers: den Chef zum Untergebenen machen. Er hat's geschafft. Glückwunsch!
michlauslöneberga 07.02.2011
2. bemerkenswert
Zitat von sysopWas kann man mit zehn Millionen Euro alles anstellen? Zum Beispiel die Firma des eigenen Arbeitgebers kaufen, dachte sich ein französischer Lkw-Fahrer. Sein ehemaliger Boss darf in der Firma bleiben - als Mitarbeiter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,744014,00.html
finde ich vor allem den Schlußsatz des Artikels
Frank Wagner, 07.02.2011
3. Tja
Den Traum haben wohl Viele. Aber ganz im Ernst, würde ich einen solchen Betrag gewinnen, der bei vernünftiger Verwaltung ja wirklich ein angenehmes Leben bis zum Ende gewährleisten würde, ich denke ich würde erst mal ein -zwei Jahre GAR NICHTS mehr tun. Ich würde es auch nicht raus ballern, aber das wirlich Schöne wäre für mich die Tatsache, nichts mehr zu "müssen".
hepra 07.02.2011
4. ...
Zitat von michlauslönebergafinde ich vor allem den Schlußsatz des Artikels
Der Mann hat einen eigentlich unerfüllbaren Traum in die Tat umsetzen können, aber er bleibt dabei vernünftig. Ihm ist Erfolg zu wünschen.
DonLucio 07.02.2011
5. In der Anonymität ist's leicht, die Sau raus zu lassen
Mein Gott, woher bloß immer diese Häme? Macht es Ihnen Freude, andere Leute blindüwtig mit Dreck zu bewerfen, sinnlos zu beleidigen und zu kränken? Wenn es wenigstens noch einen Bezug zum Thema hätte.
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