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TOURISTIK-AKTIEN Kurse heben ab

aus DER SPIEGEL 5/2002

Seit den Terroranschlägen vom 11. September läuft das Geschäft der großen Reiseveranstalter so schlecht wie schon lange nicht mehr. In der laufenden Wintersaison mussten die großen deutschen Touristikkonzerne bislang Einbußen von bis zu zwölf Prozent hinnehmen. Auch für die kommende Sommerperiode, die im April beginnt, tröpfeln die Buchungen bislang eher zäh. Trotzdem heben die Kurse großer europäischer Urlaubskonzerne neuerdings wieder ab (siehe Grafik). Branchenkenner sehen darin keinen Widerspruch. Sie glauben, dass die Reiseriesen am Ende sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen können. Um ihre Kapazitäten an die schwache Nachfrage anzupassen, haben fast alle Ferienanbieter in den vergangenen Wochen im großen Stil Personal abgebaut, Flugsitze aus dem Markt genommen oder, wie der französische Club Med, komplette Feriendörfer geschlossen. Allein der größte europäische Urlaubsgigant Preussag (TUI, Robinson) will bis zu 2200 Stellen streichen. Sollte das Geschäft mit den schönsten Wochen des Jahres wieder anziehen, argumentiert Christian Obst, Touristikexperte der HypoVereinsbank, winken den Veranstaltern höhere Gewinne. Das Münchner Institut oder die Investmentbank Merrill Lynch raten deshalb zum Kauf der Preussag-Papiere. Ohne Risiko ist der Einstieg allerdings nicht. Sollte es zu erneuten Anschlägen kommen oder die bevorstehende Reisesaison ein Flop werden, können die Kurse schnell wieder abstürzen.

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