Kurseinbruch Microsoft zieht Nasdaq in den Keller

Schwache Wachstumsprognosen und weitere Spekulationen um eine Zerschlagung des Konzerns haben den Aktienkurs des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft am Ostermontag um 16 Prozent einbrechen lassen. Der Nasdaq-Index fiel dadurch um 4,4 Prozent.


Herbe Verluste für Bill Gates
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Herbe Verluste für Bill Gates

New York - Durch den Kursverfall der Aktie sank der Marktwert des Unternehmens an nur einem Handelstag um 72 Milliarden Dollar, das Vermögen von Firmengründer Bill Gates verringerte sich damit rechnerisch um zehn Milliarden Dollar auf etwa 50 Milliarden Dollar. Insgesamt hat sich der Wert der Aktie damit seit Ende Dezember fast halbiert.

Händler begründeten die Verkaufswelle, die die gesamte Wall Street in Mitleidenschaft zog, vor allem mit den enttäuschenden Wachstumsprognosen, die die Firma von Bill Gates am Donnerstag veröffentlicht hatte. Auch Berichte, wonach die Kläger im Kartellverfahren gegen Microsoft die Zerschlagung des Konzerns anordnen könnten, lasteten auf der Aktie.

Die Talfahrt von Microsoft brachte auch den breiten Aktienmarkt an der New Yorker Wall Street unter Druck. Der Technologie-Index Nasdaq Composite, der als wichtige Vorgabe für den Neuen Markt in Frankfurt gilt, brach um 4,4 Prozent ein.

Microsoft hatte am Donnerstag nach Börsenschluss einen auf 2,39 Milliarden Dollar gestiegenen Quartalsgewinn veröffentlicht und damit die Erwartungen des Marktes weitgehend erfüllt. Mit Enttäuschung wurde allerdings aufgenommen, dass das Unternehmen den Investoren eine nach unten korrigierte Wachstumsprognose präsentierte.

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Microsoft in Not

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Branchenexperten wie der Analyst Rick Sherlund von der Investmentbank Goldman Sachs setzten ihre Empfehlungen für die Aktie herab. Sherlund, der die Aktie auf "Market outperform" von "Kaufen" zurückstufte, warnte in einer Mitteilung an die Investoren vor der Gefahr, dass Microsoft den Übergang zur drahtlosen Computertechnik verpassen und damit ein ähnliches Schicksal erleiden könnte wie IBM, das ein Jahrzehnt zuvor beim Wechsel vom Großrechner zum PC seine marktbeherrschende Stellung verloren hatte.

Drew Brosseau von SG Cowen veröffentlichte eine Mitteilung mit dem Titel "Microsoft fährt zum ersten Mal gegen die Wand", in der SG die hohen Gewinnschätzungen für das Unternehmen zurücknahm.

Auch die Berichte über eine angestrebte Zerschlagung des Weltkonzerns belasteten die Aktie. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus mit dem Fall vertrauten Kreisen erfahren hatte, steht das US-Justizministerium im Kartellverfahren gegen Microsoft kurz davor, dem zuständigen Gericht die Zerschlagung des Konzerns zu empfehlen. Das Justizministerium, das gemeinsam mit 19 Bundesstaaten den Konzern wegen Missbrauches seiner Marktmacht verklagt hat, denke dabei an die Aufspaltung von Microsoft in zwei Teile, hieß es. Eine der neuen Firmen solle das Betriebssystem "Windows" anbieten, die andere Anwendungssoftware wie die Programmserie "Microsoft Office". Beide sollten Zugangssoftware für das Internet anbieten dürfen. Dies wäre der erste Fall seit dem Kartellverfahren gegen AT&T im Jahre 1974, in dem die US-Regierung gegen ein Unternehmen wegen Monopol-Missbrauchs einen so drastischen Schritt fordert.



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