Kursplus Börsen in Fernost feiern neue US-Bilanzregeln

Die Märkte in Asien sind mit einem Plus in den Handel gestartet: Die Börsen feiern die billionenschwere Hilfe durch die G-20-Staaten - aber auch neue Bilanzregeln in den USA, wonach sich die Verluste von Banken durch faule Papiere in Grenzen halten.


Tokio/New York - In der Hoffnung auf eine Abschwächung der Wirtschaftskrise in den USA ist die Tokioter Börse am Freitag auf ein Dreimonatshoch geklettert. Erneut waren Exportwerte gefragt und die Finanzbranche profitierte von der geplanten flexibleren Bewertung toxischer Papiere in den Bilanzen der US-Banken. Die Freigabe von 1,1 Billionen Dollar durch die G-20-Staaten für den Kampf gegen die Krise rundete das positive Bild ab. "Das Marktumfeld verbessert sich zusehends", sagte ein Aktienhändler von Nikko Cordial Chart zeigen. "Die Börse klettert mit Verve nach oben. Hinter der gegenwärtigen Entwicklung steckt mehr als nur ein kurzfristiger Aufschwung."

Börsianer in Tokio: Gute Stimmung an den asiatischen Märkten
REUTERS

Börsianer in Tokio: Gute Stimmung an den asiatischen Märkten

Der Nikkei-Index Chart zeigen der 225 führenden Werte erreichte bis zum Mittag bei einem Aufschlag von knapp 0,6 Prozent 8769 Punkte, nachdem er im frühen Handel den Dreimonatshöchststand von 8884 Zählern berührt hatte. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,9 Prozent zu auf 833 Zähler.

Der Dollar übersprang die psychologisch wichtige Marke von 100 Yen und auch der Euro Chart zeigen legte auf ein Niveau zu, das er seit fünf Monaten nicht mehr erreicht hatte. Ein billigerer Yen verbessert die Perspektiven der exportlastigen Wirtschaft Japans. Zu den Gewinnern gehörten damit wie am Vortag Autobauer wie Toyota Chart zeigen und Elektronikwerte wie Sony Chart zeigen. Toyota-Papiere verteuerten sich um 7,5 Prozent, Sony-Anteile um 2,8 Prozent. Auch die Aktien des Renault Chart zeigen-Partners Nissan Chart zeigen und von Honda Chart zeigen legten um vier Prozent zu.

Die Billionen-Hilfen der G-20-Staaten und die neuen Bilanzierungsregeln hatten zuvor auch die Wall Street beflügelt. Der Dow-Jones-Index Chart zeigen der Standardwerte schloss den dritten Tag in Folge im Plus. Er legte 2,8 Prozent auf 7978 Punkte zu. Im Verlauf pendelte er zwischen 8075 und 7763 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 2,9 Prozent auf 834 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Chart zeigen rückte um 3,3 Prozent auf 1602 Punkte vor.

Auch der Dax Chart zeigen legte am Freitag zu, um 11.30 Uhr lag er bei knapp 1,3 Prozent im Plus, nachdem er mit einem leichten Minus in den Handel gestartet war. Händler begründeten das mit Gewinnmitnahmen - der deutsche Leitindex hatte am Donnerstag mit 6,1 Prozent im Plus geschlossen.

Die USA hatten am Donnerstag angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise die Bilanzierungsregeln für Wertpapiere aufgeweicht. Die für Bilanzierungsstandards zuständige US-Organisation FASB lockerte die Regeln für die Bewertung etwa von faulen Wertpapieren. Die neuen Regeln sollen ab dem zweiten Quartal gelten, viele Banken könnten sie bereits für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres anwenden. Während die Finanzbranche die Aufweichung begrüßte und jetzt unterm Strich weniger Verluste erwartet, warnen Kritiker dagegen vor weniger Transparenz.

Die bisherigen Regeln verlangen eine Bewertung der Investments zum gegenwärtigen Marktpreis. Da es etwa für giftige Kreditpapiere in der Krise praktisch keine Käufer mehr gibt und der Preis damit gegen Null geht, mussten Banken und Unternehmen drastische Abschreibungen vornehmen. Nun sollen sie bei der Bewertung neben dem Marktpreis auch andere Kriterien anwenden dürfen.

Analysten erwarten bereits für die in den nächsten Wochen vorliegenden Zahlen zum ersten Quartal deutlich bessere Zahlen der Banken als bislang erwartet. Viele Häuser mussten bisher in der Krise zweistellige Milliardensummen für faule Investments abschreiben.

kaz/dpa-AFX/dpa



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